Projektbeschreibung

Über Uns

Build a Club (das Musical zum Vereinsjubiläum)

Zielgruppe: 60 bis 80 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16 Jahren. Es handelt sich hier um Jugendliche aus allen Schulbereichen mit und ohne Migrationshintergrund und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien. Eine weitere Eingrenzung wie Cliquenzugehörigkeit oder engere Aspekte sozialer Herkunft wollen wir nicht vornehmen, da die Verschiedenheit der Herkunft und Sichtweisen den Prozess befruchten sollen. Wir legen Wert auf eine etwa gleiche Zahl von Jungen und Mädchen. 1. Bedarf / Begründung Der Spagat zwischen Sport- und Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche Seit vielen Jahren verfolgt der TV Ratingen 1865 e.V. das Ziel, über diverse Sportangebote allen Jugendlichen verschiedener Herkunft einen Zugang zum Sport u.a. auch dem Tanzsport zu ermöglichen und somit eine Brücke zur Teilhabe in der Gesellschaft zu bauen. Auch wenn dies partiell gelingt, erweist sich die Erreichbarkeit dieser Zielgruppen als problematisch. Zum einen schotten sich die bildungs- und institutionsfernen Zielgruppen eher ab und orientieren sich überwiegend in Gruppe von Gleichgestellten. Integrationsprobleme in der Schule oder Ausbildung, fehlende Akzeptanz bei sozial begünstigten Jugendlichen, dies verbunden mit düsteren beruflichen Aussichten erhöhen vielfach die Frustration - und den Unwillen, sich in etablierten Institutionen, die eher mit Druck und Ausgrenzung assoziiert werden, persönlich weiter zu entwickeln. Dies trägt dazu bei, dass diese Gruppen über klassische Sportangebote kaum zu erreichen sind. Im Projekt soll es nun darum gehen, eine Brücke zwischen Sport und Bildungsangebot zu bauen. Über einen Zeitraum von sechs Monaten soll die oben beschriebene Auseinandersetzung in partizipativen Workshopformen ermöglicht werden. Ausgehend von der Historie des TV Ratingen 1865 e.V., sowie dem Verein für Heimatkunde und Heimatpflege e.V. soll eine Geschichte erzählt werden, die gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt wird. Von der Idee zur konkreten Vision Die Aufgabe lautet, mithilfe der Expertinnen und Experten in verschiedenen Workshops (Musik, Theater, Tanz und Film) einen Zugang zu Sport und Tanz medial zu entwickeln. Die Vielfalt der Darstellungsmöglichkeiten als Theaterszene, als Tanz, Musik oder als Installation weckt einerseits die Neugierde und Interesse, der Jugendlichen, soll aber andererseits auch die kreativen und sportlichen Ressourcen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen anstoßen und deren Nutzen für die eigenen Entwicklungen verdeutlichen. 2. Zusammenfassung der Ziele: Das zentrale Ziel besteht darin, die 60 bis 80 Jugendlichen zunächst einer intensiven Auseinandersetzung mit eigenen Werten und Lebenszielen zu ermöglichen. Eine große Vielfalt ineinandergreifender Methoden unterstützen die Teilnehmer/innen dabei, diese Perspektiven zu entwickeln und Chancen der Veränderung zu entdecken. Dieser Prozess soll zunächst die eigene Identität, die eigenen Fähigkeiten und das Selbstwertgefühl stärken, dann zu klaren Handlungsperspektiven führen und damit Chancen zur Veränderung und zur kontinuierlichen Teilnahme eröffnen. Parallel dazu entstehen in den einzelnen Workshops erste Ideen im Hinblick auf die Präsentation der Ergebnisse. Das Ziel ist eine 90-minütige, multimediale Show, die mehrfach aufgeführt wird. 3. Projektverlauf in 3 Phasen: Phase 1: Auseinandersetzung in den drei zentralen Lebensbereichen Familie/Freunde, Werte/Ziele, Schule/Beruf/Ausbildung. In Phase 1 soll zunächst das eigene Leben mittels des Forumtheaters reflektiert werden. Teilnehmende berichten bspw. über ihre Erfahrungen als Jugendliche, über ihre schulische oder berufliche Situation, über Diskriminierungen als Benachteiligte und/oder MigrantInnen, über Familienkonflikte o.ä. In 3 Teams werden diese Erfahrungen in den o.g. zentralen Lebensbereichen in der sog. „Frustbörse“ gesammelt und bearbeitet. Phase 2: Herausarbeitung eigener Werte und Identitätsmerkmale als Grundlage persönlicher Lebensplanung In Phase 2 werden durch gruppendynamische Spiele metaphorische Lernwelten eröffnet. Die Teilnehmer/innen werden in der „Denkfabrik“ vor schwierige oder scheinbar unlösbare Aufgaben gestellt, die eben doch in der Gruppe lösbar sind. Dadurch wird ein symbolisches inneres Handeln animiert, das auf scheinbar unlösbare Situationen ihrer eigenen Lebenswelt aus Phase 1 übertragen werden kann. Das Inspirierende an einer heilsamen Metapher durch „Spiel“ besteht darin, dass die Szenerie der Ausgangssituation symbolisch gespiegelt wird, aber es einen erfolgreichen Ausgang gibt. Dies ermöglicht die erste Erfahrung, dass scheinbar unlösbare Aufgaben doch zu bewältigen sind. Der Prozess dient auch der Förderung von Teamfähigkeit und Gruppenarbeit. Der zweite wichtige Schritt innerhalb dieser 2. Phase dient dazu, die Werte die Teilnehmer/innen herauszuarbeiten. Jugendliche werden mit Grenzen konfrontiert, die ihnen oft als unüberwindbar erscheinen. Von außen werden begrenzende, teils berechtigte Meinungen an sie herangetragen wie „heute kann man sich nicht mehr aussuchen, was man will, da musst Du nehmen, was Du kriegen kannst“. Auf der anderen Seite stehen positive Äußerungen wie „Du kannst alles tun und erreichen, wenn du nur willst“, die auch nur begrenzte Aussagekraft auf die reale Situation der Jugendlichen haben. Was ist den Jugendlichen wirklich wichtig? Ist es berufliche oder sportliche Anerkennung, das Leben im vorhandenen Umfeld, Macht, Partizipation in der Gesellschaft, Geld, Familie? Methodisch wird dies durch gruppendynamische Spiele und auch individuelle Fragestellungen ermöglicht. Hier sind kleine Gruppen, Einzelübungen und Zweierteams vorgesehen, damit diese sehr persönlichen Antworten bei den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen bleiben. Die Ergebnisse münden in der Frage, die in der „Visionsschmiede“ beantwortet werden soll: Was bist du bereit für das zu tun, das in Deinem Leben die größte Bedeutung hat? Unter dem Thema „Life Plan – 15 Jahre später“ erarbeiten die Teilnehmer/innen aus ihren Überzeugungen und Ideen Zukunftsvisionen, in der sie sich selbst wieder finden und die sie zu Handlungen motivieren. Phase 3: „Visionswork“ Phase 3: Zusammenführung der Ergebnisse und Übersetzung in ein künstlerisches Medium. Die Aufgabe besteht für die Teilnehmer darin, ihre verführerische aber auch konkrete Lebensvision als Theaterszene, als Tanz, Videokurzfilm oder als Kunst- oder Musikinstallation darzustellen. Entscheidend ist dabei, eine Geschichte zu erzählen, mit der die Jugendlichen ihre Vision einer gemeinsamen Zukunft darstellen. In dieser Phase werden die Kinder und Jugendlichen in den frei wählbaren Workshops von Künstlern und Veranstaltungsfachleuten unterstützt, die ihnen vermitteln, wie sie ihre Visionen darstellerisch umsetzen und eine multimediale Performance/Ausstellung gestalten können. Diese sind aber nur Helfer, da die Teilnehmer/innen diese Präsentationen vor Publikum eigenverantwortlich und im Team entwickeln. Die Präsentation der Show vor einem größeren Publikum im Ratingen als Höhepunkt der Workshops soll den Kindern und Jugendlichen ihre Fähigkeit verdeutlichen, Ideen in konkrete Ergebnisse umsetzen zu können. – und damit das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen zu stärken, ihre persönlichen Visionen Wirklichkeit werden zu lassen