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Trikottag wieder ein großer Erfolg! Der DOSB sagt herzlich Danke

Crunches und Seilspringen waren nicht so gut gelaufen, deshalb hatte Helen schon bei ihrer Community um Entschuldigung dafür gebeten, „dass ihr mir hier beim Versagen zuschauen müsst!“ Doch dann standen Liegestütze auf dem Programm, und von Versagen war keine Spur mehr. 16 sauber ausgeführte Wiederholungen hätte sie benötigt, um in ihrer Altersklasse die Anforderung für das Sportabzeichen in Gold zu erfüllen, 20 brachte sie im Innenhof der DOSB-Zentrale in Frankfurt am Main auf die Matte, ohne dabei auch nur aus der Puste zu geraten. Dafür gab es Applaus von Imke Hoppe und Matthias Hübner, die als „Prüfer“ die Übungen überwachten. Und für Helen, die Sport studiert, lange Basketball gespielt und jetzt Bouldern für sich entdeckt hat, die Erkenntnis, dass ihr allgemeiner Fitnesszustand durchaus zu Höherem bestimmt ist.

„Ich habe coole Einblicke bekommen und gespürt, wie groß der Sportsgeist hier ist“, sagte die Kölnerin, die am Mittwoch als besonderer Gast den Trikottag im DOSB miterlebte. Als „Almostfeline“ ist die Content Creatorin, die ihr Alter und ihren Nachnamen zum Schutz der Privatsphäre geheim hält, auf diversen Social-Media-Plattformen aktiv. Am Trikottag war sie, bekleidet mit dem „Köln 99ers“-Trikot der Rollstuhlbasketball-Nationalspielerin Lisa Bergenthal, fast fünf Stunden auf Twitch live, um einmal umfassend darzustellen, was der Dachverband des organisierten Sports so alles macht.

DOSB-Mitarbeitende meistern Trikottag-Challenge erfolgreich

Neben Imke Hoppe, Referentin Breiten- und Gesundheitssport, und Matthias Hübner, Leiter Digitalisierung, sprach sie zum Beispiel mit Leon Ries, Vorstand Jugend, über das Thema E-Sports und mit Niklas Pinsker aus dem Ressort Olympiabewerbung über die Pläne des DOSB, Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 in Deutschland auszurichten. Begleitet wurde sie über den Tag von Steffen Jackobs, Referent Verbandskommunikation, der nicht nur kenntnisreich die Führung durch das Haus des Sports übernahm, sondern zum Abschluss des Trikottags auch die DOSB-Laufgruppe neu belebte, die künftig wieder an jedem Mittwoch nach Feierabend im Frankfurter Stadtwald unterwegs sein soll.

Um zu überprüfen, ob im DOSB auch vielfältig aktiv Sport getrieben wird, hatte Helen eine Trikottag-Challenge vorbereitet mit 18 verschiedenen Aufgaben, die ihre Gesprächspartner*innen gemeinsam mit ihr ausführen sollten. Das gefiel auch Otto Fricke. Der Vorstandsvorsitzende des DOSB, der zum Start und zum Abschluss des Streams zu Wort kam, entschied sich für „30 Sekunden auf einem Bein stehen“ – und schaffte dies nach einem Wackler zum Einstieg souverän. Für den 60-Jährigen, der stilecht das Trikot des Crefelder HTC über Hemd und Krawatte trug, war es der erste Trikottag im DOSB. „Mein Trikot trage ich bei der Arbeit zwar über Hemd und Krawatte, aber trotzdem mit voller Überzeugung“, sagte er, „dieser Tag macht deutlich, dass Sportvereine ein zentraler Bestandteil im Leben von Millionen von Menschen sind. Sportvereine stärken unseren Zusammenhalt, sie fördern Gesundheit und Wertevermittlung. Ich bin froh, dass der DOSB diesen Tag ausgerufen hat und wünsche mir weit über den Trikottag hinaus mehr Wertschätzung für das, was die 86.000 Sportvereine jeden Tag für uns alle leisten.“

Kooperationen im Sport: Gemeinsam mehr erreichen

Dem organisierten Sport werden viele Aufgaben zugeschrieben: die Unterstützung des Ehrenamts, die Stärkung von Teilhabe und Inklusion, Förderung der Gesundheit sowie die Entwicklung des Leistungssports bei gleichzeitiger Sicherung von Fairness und Integrität. Um diese Aufgaben bestmöglich zu erfüllen und seiner Verantwortung als Dachverband des deutschen Sports gerecht zu werden, kooperiert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit vielen gesellschaftlichen und politischen Akteuren. Im Folgenden beleuchten wir diese Partnerschaften.

Der organisierte Sport selbst

Der DOSB pflegt einen engen Austausch mit seinen 103 Mitgliedsorganisationen sowie zu Organisationen und Stakeholdern der Olympischen Bewegung wie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) oder den olympischen Dachverbänden auf globaler (ANOC) und europäischer Ebene (EOC), inklusive des EOC EU Büros in Brüssel.

Im Folgenden betrachten wir Kooperationen, die sowohl in ihrer Wirkung als auch hinsichtlich der beteiligten Organisationen in weite Bereiche gesellschaftlicher und politischer Handlungsfelder hineinreichen. Sowohl national als auch international verfolgt der DOSB das Ziel, gesellschaftliche Werte wie Integration, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Demokratie zu fördern sowie internationale Verständigung und die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu stärken.

Deutschlandweite Wirkung

Um diese Ziele zu erreichen und die Bedeutung des Sports in Politik und Gesellschaft zu festigen, geht der DOSB gezielt deutschlandweite Partnerschaften ein.

Das Bündnis für Gemeinnützigkeit (BfG) beispielsweise vereint zehn große zivilgesellschaftliche Institutionen wie den Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. und den Deutschen Kulturrat. Gemeinsam geben sie dem Ehrenamt eine Stimme gegenüber der Politik. Die Ziele des BfG sind verbesserte Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche und die Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements.

Das Bündnis „Zusammen für Demokratie“ setzt noch stärker an der Praxis an. Die 76 zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützen Engagement mittels unbürokratischer Hilfe sowie konkreter Maßnahmenpakete. Die Kampagne #DuEntscheidest zur Bundestagswahl 2025 rief mit Banner- und Social-Media-Aktionen zum Eintreten für demokratische Werte, Menschenrechte, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt auf und motivierte Menschen zur aktiven Beteiligung an einer offenen, gerechten und solidarischen Gesellschaft. Der DOSB kooperiert seit gut zwei Jahren mit dem Bündnis, das Gewerkschaften, Bildungsakteure, Zivilgesellschaften, religiöse Körperschaften und den Sport vereint.

Badmintonabteilung des VfL Bochum setzt starkes Zeichen für Krebsprävention

Der VfL Bochum 1848 – Badminton e.V. freute sich über besonderen Besuch und eine außergewöhnliche Trainingseinheit: Team D-Athletin Miranda Wilson, aktuell eine der besten Badmintonspielerinnen Deutschlands, absolvierte gemeinsam mit 18 Vereinsmitgliedern aus dem Jugend- und Seniorenbereich ein exklusives Training im Rahmen der Vereinschallenge „Jede Minute zählt“. 

Nach einem gemeinsamen Warm-up sorgten anspruchsvolle Übungen auf der Koordinationsleiter, kombinierte Schritt- und Schlagabfolgen auf dem Halbfeld und einem abschließenden „Kaiserturnier“ für sportliche Herausforderungen und gleichzeitig viel Begeisterung bei den Teilnehmenden. Mit großer Energie und hoher Motivation brachte Miranda die Gruppe ordentlich ins Schwitzen und machte den Aktionstag zu einem besonderen Erlebnis für den gesamten Verein. Im Anschluss an das Training durften sich zudem die Kinder der U13 über verloste Profi-Trikots freuen.

„In Deutschland ist der Druck größer als überall sonst in der Welt“

Auf dem Derbygelände im Hamburger Stadtteil Klein Flottbek ist André Thieme nicht nur gern gesehen, sondern allseits bekannt. Viermal konnte der 51 Jahre alte Berufsreiter aus Plau am See das Deutsche Springderby, das seit 1920 ausgetragen wird, gewinnen: 2007, 2008 und 2011 jeweils mit Nacorde, im vergangenen Jahr erstmals mit Paule S, mit dem er den anspruchsvollen Parcours auch an diesem Sonntag (17. Mai, 13.50 Uhr) in Angriff nehmen wird. Warum er das Derby so sehr schätzt, worauf er in dieser Saison noch setzt und welchen Stellenwert Olympische Spiele für ihn haben, erklärt der Einzel-Europameister von 2021 im DOSB-Interview.

DOSB: André, es gibt seit Jahren nur wenige Spitzenreiter, die neben dem Fünfsterne-Hauptspringen am Samstag auch im Derby starten. Warum ist das so, und warum ist es für dich keine Option, auf das Derby zu verzichten?

André Thieme: Für mich ist dieses Springen in Deutschland eine absolute Kultveranstaltung, die auf einer Stufe mit dem CHIO in Aachen steht. Früher war der Status des Derbys noch deutlich höher, Aachen und Hamburg waren die Klassiker, die jeder Reiter gewinnen wollte, weltberühmte Events wie Wimbledon im Tennis. Der Hype ist etwas zurückgegangen, weil viele heute den modernen Pferden solche altmodischen und extravaganten Sprünge wie den Großen Wall oder Pulvermanns Grab nicht mehr zumuten wollen. Der Derby-Parcours hat sich seit mehr als 100 Jahren nicht verändert, und weil es einen solchen Parcours nicht noch einmal gibt, scheuen viele Topreiter davor zurück, ein Pferd nur für ein einmal im Jahr stattfindendes Event auszubilden. Es gibt zwar auch in Hickstead, La Baule und Falsterbo Derbys, aber die sind längst nicht so prestigeträchtig wie Hamburg. Für mich jedoch liegt genau in dieser Einzigartigkeit aber der Reiz.

Wie beschreibst du diesen Reiz? Was unterscheidet das Derby von den vielen Fünfsterne-Springen, die es jede Woche gibt?

Es ist eigentlich ein komplett eigener Sport. In den Fünfsterne-Springen geht es heute vorrangig um die Zeit, sie sind viel technischer, aber auch eintöniger, weil die Hindernisse fast ausschließlich aus Stangen bestehen. Man braucht dafür intelligentere, pfiffigere Pferde, die sehr speziell trainiert werden und es nicht gewohnt sind, mit einem Hindernis wie dem Großen Wall konfrontiert zu werden, an dem man zunächst fünf Meter Höhenunterschied überwinden und dahinter direkt ein Hindernis überspringen muss. Im Springreitsport muss man heute sehr sensibel im Umgang mit den Pferden sein, weil jedes noch so kleine Fehlverhalten auf Video festgehalten und angeprangert werden kann. Da sind sofort 100 Leute da, die den Sport in den Dreck ziehen wollen. Im Derby jedoch geht es manchmal etwas rauer zu, da kann es passieren, dass der Zügel mal etwas fester gestrafft wird. Wenn das Pferd darauf trainiert ist, ist das unproblematisch. Aber viele Topreiter, die jedes Wochenende auf einem anderen Fünfsterne-Turnier starten, haben dazu nicht die Zeit, deshalb starten nur noch wenige beim Derby. Dazu kommt, dass das Preisgeld auf der Fünfsterne-Tour deutlich höher ist, was ich sehr schade finde. Die Einzigartigkeit des Derbys würde ein höheres Preisgeld absolut rechtfertigen.

Inwiefern hat das Derby zu deiner Bekanntheit beigetragen?

Für mich hat die Faszination des Derbys gar nichts eingebüßt. In Hamburg kommen die Menschen nicht wegen des Großen Preises am Samstag, die kommen, um traditionell am Sonntag das Derby zu sehen. Und für mich hat das Derby die Möglichkeit geboten, in die Geschichtsbücher unseres Sports zu kommen. Hier viermal gewonnen zu haben, das ist etwas ganz Besonderes für mich. Die Aussicht, eine Legende wie Fritz Thiedemann einholen zu können, der fünf Siege geschafft hat, ist ein wahnsinniger Ansporn.

Rekordsieger ist Nelson Pessoa aus Brasilien, der zwischen 1962 und 1994 sieben Siege schaffte. Wie ist das möglich, was braucht es dafür?

Vor allem ein überragendes Derbypferd. Ein solches immer wieder neu aufzubauen, ist ein riesiger Aufwand, den ich aber gern auf mich nehme. Es kostet sehr viel Zeit, das Pferd für das Derby zu trainieren und auf die Besonderheiten vorzubereiten. Und dann braucht man auch das Glück, ein Pferd zu finden, das nicht nur beim Derby, sondern auch bei anderen großen Springen erfolgreich sein kann. Mit Nacorde hatte ich dieses Glück, mit ihm habe ich Große Preise gewonnen und Nationenpreise bestritten, aber er war kein Superstar bei Fünfsterne-Springen. Mit Contadur, der auf höchstem Niveau siegfähig war, konnte ich das Derby dagegen nie gewinnen.

Mit Chakaria, mit der du 2021 Einzel-Europameister geworden bist, hast du es nie versucht. Warum nicht?

Sie würde im Derby nicht funktionieren. Sie ist ein internationaler Superstar, hat jede Woche die Chance auf große Fünfsterne-Springen, da muss man das Derby nicht riskieren. Ich gehe mit ihr am Samstag im Großen Preis an den Start.

Trikottag-Umfrage zeigt breite Unterstützung für Sportvereine

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) anlässlich des bundesweiten Trikottags am 13. Mai in Auftrag gegeben hat und für die durch die Marktforschungs-Agentur One8Y mehr als 2.000 Menschen befragt wurden. 

Demnach geben 71 % der Befragten an, dass die Politik mehr in Sportvereine investieren sollte. Für den Großteil der Bevölkerung stellen die 86.000 Sportvereine im Land einen unverzichtbaren Teil des Zusammenlebens dar. So geben jeweils mehr als 80 % der Befragten an, dass Sportvereine insgesamt wichtig für unsere Gesellschaft seien und einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisteten.

„Es geht im Verein um Sport, aber es geht doch auch um vieles mehr!“

Sportvereine sind zentrale Orte für Zusammenhalt, Gesundheit und Engagement. Der Bundespräsident würdigt die rund 86.000 Vereine und 29 Millionen Mitgliedschaften als „riesigen Schatz“ für das Land. Ehrenamtliche tragen maßgeblich dazu bei, dass Begegnung, Bewegung und Gemeinschaft täglich gelebt werden. Zugleich wird deutlich: Um diese Leistungen sichtbar zu machen und die Zukunft des Vereinssports zu sichern, braucht es mehr Anerkennung und bessere Rahmenbedingungen.

„Kein Job der Welt gibt dir das, was der Sport geben kann“

Manchmal nervt es schon, da ist Grit Jurack ehrlich. „Das Training mit den Kindern ist die schöne Seite. Anstrengend wird es, wenn wir die Eltern davon überzeugen müssen, wieviel Arbeit das ist, und dass wir auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Oft müssen wir die Eltern dahingehend erziehen, dass Werte wie Disziplin und das Einhalten von Verpflichtungen unerlässlich sind, wenn man einen Teamsport betreibt“, sagt die 48-Jährige, die beim TSV Glücksburg 09 als ehrenamtliche Handballtrainerin mehrere Jugendteams anleitet. Ihr Rezept, um ausreichend Unterstützung zu erhalten, klingt einfach, kann aber in der Umsetzung oft quälend lang dauern: „Ich höre einfach nicht auf zu fragen, bis ich jemanden finde, der es macht“, sagt sie.

Mit 306 Länderspielen ist die gebürtige Leipzigerin, die ihre Karriere 2012 wegen eines schweren Knorpelschadens in der Schulter beenden musste, bis heute Rekordnationalspielerin des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Ein Status, auf den sie sich nichts einbildet. „Kinder denken doch nicht darüber nach, wer ich bin oder was ich mal erreicht habe. Die interessiert, was wir als Nächstes im Training üben“, sagt sie. Beim TSV trainiert sie den Sohn des Bundesligacoaches Nicolej Krickau, der aktuell die Füchse Berlin betreut. „Nicolej hat meinem Team mal erzählt, dass ich früher selbst ganz anständig Handball gespielt habe, da waren alle völlig überrascht“, erzählt sie und wirkt dabei ein wenig peinlich berührt, so als hätte jemand ein Geheimnis ausgeplaudert, das sie unbedingt im Verborgenen belassen wollte.

Einstieg in den Trainerjob über Betreuung der eigenen Kinder

Dabei ist die 1,86 Meter große Linkshänderin, die zu ihrer aktiven Zeit im rechten Rückraum zu Hause war, ein perfektes Beispiel dafür, wie ehemalige Spitzenathletinnen und -athleten nach der Karriere ihre Erfahrungen und auch ihre Begeisterung an die nachfolgenden Generationen weitergeben können. „Ich wünschte, dass es viel mehr solcher Beispiele gäbe. Natürlich hat nicht jeder nach der Karriere die Zeit, ein Ehrenamt im Sport zu übernehmen. Aber ich kann es wirklich nur allen empfehlen. Auch wenn es oftmals anstrengend ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, macht es wahnsinnig viel Spaß, mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten“, sagt sie.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael Döring, der Athletiktrainer beim Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt ist, betreut Grit Jurack eine männliche C-Jugend, die sie nach dieser Saison allerdings abgibt und stattdessen mit einer F-Jugend neu startet. Ihr Einstieg in den Job als Trainerin war, wie so häufig, die Betreuung der eigenen Kinder. „Als unser älterer Sohn, der jetzt 16 Jahre alt ist und Fußball spielt, sechs Jahre alt war, habe ich zum ersten Mal Training für die Kleinen angeboten“, erinnert sie sich. Wenn sie sich mit ihren Teams darüber unterhält, welche Erlebnisse die Erinnerungen an die Jugendzeit im Sport prägen, dann sind es keine Meisterschaften oder Siege, sondern die privaten Beziehungen, die dadurch entstehen, Teil einer Gemeinschaft zu sein. „Das zeigt mir immer wieder, wie wichtig es ist, dass wir diese Gemeinschaft erhalten.“

Auftakt zur Sportmilliarde: So werden die Gelder verteilt

Am 22. April hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die geförderten Projekte des ersten Teils des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS I) bekanntgegeben. 314 Sportstätten, Schwimmbäder und Vereinsheime in zahlreichen Kommunen Deutschlands dürfen sich über eine Förderung des Bundes freuen, mit der die Sanierung oder Modernisierung ihrer Projekte mit bis zu 45 Prozent der Gesamtkosten bezuschusst werden.

Der DOSB hat die Liste der geförderten Projekte analysiert. Hier erfahrt ihr, was genau gefördert wurde, wie hoch die durchschnittliche Fördersumme ist und welches Bundesland besonders oft berücksichtigt wurde.

„Sport ist quasi ein Allheilmittel”

DOSB: Herr Professor Reuter, wie geläufig ist Ihnen das Format Trikottag? 

Ulrich Reuter: Ich habe schon vom Trikottag gehört, aber intensiv damit beschäftigt habe ich mich bisher nicht. 

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband ist im Sport sehr involviert, nicht zuletzt auch in der Wirtschaftsinitiative für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Warum ist dieses Engagement für den Sport Ihrem Unternehmen so wichtig? 

Sport ist Emotion, Sport ist Leidenschaft, Sport ist identitätsstiftend. Sport hat eine Kraft, die eine einzigartige Wirkung auf Menschen ausübt. Insofern ist Sport ein starker gesellschaftlicher Kitt. Er bringt ganz unterschiedliche Menschen zusammen und vereint sie. Zentrale Werte des Sports sind Fairness, Toleranz und Respekt. Nicht nur geopolitisch betrachtet sind diese Werte heute wichtiger denn je. Auch für die Sparkassen, die ja dem Gemeinwohl verpflichtet sind, haben sie einen sehr hohen Stellenwert. Denn Sparkassen sind für alle Kundengruppen ein verlässlicher Partner. Sie sind dort, wo sie gebraucht werden, bei ihren Kundinnen und Kunden vor Ort. 

Warum bringen Sie sich gleichermaßen im Leistungs- wie auch im Breitensport ein? 

Ganz einfach, weil der Breitensport die Menschen ebenso verbindet wie der Leistungssport. Athletinnen und Athleten beispielsweise vom Team Deutschland sind starke Vorbilder. Sie stehen für die genannten Prinzipien und vermitteln gesellschaftliche Werte. Wer sich einmal intensiv mit einer paralympischen Athletin ausgetauscht hat, weiß, was es heißt, Herausforderungen anzunehmen und in positive Energie zu wandeln. Und im Breitensport kommen Menschen vor Ort mit unterschiedlichen Begabungen und ganz unterschiedlichen Alters zusammen und verfolgen ihre Ziele. Gestützt durchs Ehrenamt im Verein. Beides ist für unsere Gesellschaft wichtig. 

Sport und Wirtschaft haben einiges gemeinsam, können aber auch einiges voneinander lernen. Worin sehen Sie diese gegenseitigen Lerneffekte? 

Wir reden heutzutage viel über Work-Life-Balance und wie wir uns individuell am besten entfalten können. Der Leistungssport zeigt aber noch mal ganz andere Möglichkeiten auf. Nämlich, wie es auch Spaß machen kann, sich durchzubeißen, um gemeinsam als Team großartiges zu erreichen. Ein anderes Beispiel ist der Umgang mit einzelnen Athletinnen und Athleten. Trainerinnen und Trainer müssen oftmals mit sehr unterschiedlichen Sportlertypen arbeiten und jeweils eine individuelle Ansprache finden, um diese zu Höchstleistungen zu motivieren. Diese Erfahrungen und Kenntnisse können auch für Führungskräfte in der Wirtschaft sinnvoll sein. Leistungsbereitschaft, Motivation und die richtige Ansprache sind auch in Wirtschaftsunternehmen wichtig. Auch hier geht es um gemeinschaftlichen Erfolg; um Ziele, die erreicht werden müssen. Daneben sind Wirtschaftsunternehmen wichtige Unterstützer des Sports. Sportstätten, Ausrüstung, Organisation: Alles muss auch im Sport immer wieder angepasst oder erneuert werden. Schon deswegen ist der gegenseitige Austausch wichtig. 

Worin sehen Sie die wichtigsten Aspekte, die Sport zum Funktionieren unserer Gesellschaft beitragen kann? 

Es ist vor allem das Gemeinschaftsgefühl, unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status. Zudem leistet der Sport auch Gesundheitsarbeit, sowohl im Sinne von Prävention und Fitness als auch in der Rehabilitation, körperlich wie psychisch. Er ist also quasi ein Allheilmittel.

„Wartet nicht, bis ihr glaubt, alles perfekt zu können“

Am 20. Mai feiert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass blicken wir seit Jahresbeginn in einer wöchentlichen Serie auf Themen aus dem DOSB-Kosmos, die seit der Fusion von Nationalem Olympischem Komitee und Deutschem Sportbund zum gemeinsamen Dachverband des deutschen Sports von besonderer Bedeutung waren. Eines davon ist der Bereich „Frauen in Führungspositionen im Sport“. Veronika Rücker, heute als Sportdirektorin des Deutschen Tennis-Bundes aktiv, war zwischen Januar 2018 und November 2021 die bislang einzige weibliche Vorstandsvorsitzende des DOSB. Im Präsidium, das laut Satzung zu mindestens 30 Prozent weiblich besetzt sein muss, herrscht Geschlechterparität. Im aktuellen, fünf Personen umfassenden Vorstand ist Michaela Röhrbein, zuständig für den Geschäftsbereich Sportentwicklung, die einzige Frau.

Die 51-Jährige, die seit April 2022 DOSB-Vorständin Sportentwicklung ist, spricht im Interview für diese Serie mit Laura Ludwig über Erfahrungen aus der Führungsarbeit, stereotype Verhaltensweisen, den weiblichen Einfluss auf gemischte Führungsgruppen und Ansätze dafür, noch mehr Frauen für Spitzenpositionen im Sport zu begeistern. Ludwig, 2016 in Rio de Janeiro gemeinsam mit Kira Walkenhorst Olympiasiegerin im Beachvolleyball, ist seit einem Jahr Vizepräsidentin im Multisportverein HSV e.V. in ihrer Heimat Hamburg. Die 40-Jährige ist außerdem Mutter zweier Söhne – und bringt dadurch eine weitere spannende Perspektive ein.

DOSB: Laura, du warst bereits als Sportlerin viel für dich selbst verantwortlich. Was hast du aus deiner aktiven Karriere für das Berufsleben danach mitnehmen können?

Laura Ludwig: Ich glaube, der wichtigste Lerneffekt war, dass ich es gewohnt bin, ins kalte Wasser zu springen und neue Herausforderungen schnell anzunehmen. Besonders der Wechsel vom Hallenvolleyball, wo einem im Team vieles abgenommen wird, in den Beachvolleyball, wo man für sehr vieles selbst verantwortlich ist, hat mir geholfen zu akzeptieren, dass es keine Schwäche ist, wenn man einiges nicht sofort kann. Nicht in Panik zu verfallen, sondern zu verstehen, dass ein neu eingeschlagener Weg Zeit braucht, um zum Ziel zu führen, war ein wichtiger Schritt für mein gesamtes Leben. Diese Eigenverantwortung zu übernehmen und zu tragen, ist etwas, das mir nun in meiner Rolle beim HSV e.V. sehr weiterhilft.

Du hast deine aktive Karriere sehr intensiv ausgekostet, bist erst 2024 mit 38 Jahren zurückgetreten. Wann hast du dir erstmals Gedanken darüber gemacht, was nach dem Beachvolleyball kommen soll?

Laura: So richtig intensiv eigentlich erst nach dem Karriereende. Ich wusste zwar schon sehr früh, dass ich im Sport bleiben und viel mit Menschen arbeiten wollte. Aber wegen meiner zwei Söhne und der sportlichen Verpflichtungen fehlte es mir schlicht an Kapazitäten, mich darum zu kümmern, was danach kommen sollte. Ich habe ein Studium des Medien- und Kommunikationsmanagements angefangen, mich auch auf dem Gebiet der Ernährungswissenschaft weiterzubilden versucht, aber es nicht geschafft, etwas abzuschließen. Als es dann vorbei war mit dem aktiven Sport, wusste ich zwar, dass ich eine tolle Familie habe, auf die ich mich verlassen kann. Aber in der großen, weiten Welt anzukommen, das hat mich in den ersten Monaten erschlagen und emotional ziemlich mitgenommen.

Michaela, was hat dich dazu bewogen, eine Führungsposition im organisierten Sport zu übernehmen?

Michaela: Es war nicht so, dass ich einen fertigen Karriereplan im Sport hatte. Ich bin damals angesprochen worden und dann nach und nach in diesen Bereich hineingewachsen. In meiner ersten Führungsaufgabe am Zentrum für Hochschulsport an der Universität Hannover war ich die Jüngste. Mein damaliger Chef lag im Sterben, es war eine durchaus dramatische Situation. Er hat mir damals dazu geraten, mich auf seine Position zu bewerben. Ich wusste nicht, was auf mich zukommen würde, habe Pro und Contra abgewogen, die Chance dann aber bewusst ergriffen, weil ich gespürt habe, dass ich Spaß daran hatte, Dinge mitgestalten zu können. Ich habe mich auch ehrenamtlich engagiert, und ich merkte, auch durch die Unterstützung meines damaligen Chefs, dass als Frau im Sport viel möglich ist – wenn Leistung, Unterstützung und passende Strukturen zusammenkommen. Es ging mir darum, Gestaltungskraft zu entfalten und gute Ideen gemeinsam mit einem Team wirksam umzusetzen. Genau das treibt mich bis heute an. Und so bin ich nach und nach in dieses Berufsfeld hineingewachsen.

Laura: Ich bin tatsächlich auch angesprochen worden, ob ich mir vorstellen könnte, die Position der Vizepräsidentin zu übernehmen. Ehrlich gesagt habe ich es anfangs nicht für möglich gehalten, dass ich eine solche Rolle ausfüllen könnte, ohne Erfahrung oder entsprechende Vorbildung. Ich kam aus einem Sport mit einem relativ klar umrissenen Vierjahreszyklus, in dem ich mich sicher fühlte. Deshalb habe ich mich gefragt: Wo soll ich denn bitte beim HSV anfangen? Aber in den Gesprächen mit dem Verein und meinem Team habe ich gespürt, dass es darum gehen sollte, Veränderung mitzugestalten und strategischen Weitblick einzubringen.

Warum war es eine Position im Präsidium eines großen Mehrspartenvereins, die dich besonders gereizt hat?

Laura: Weil mir nach den Gesprächen schnell klar war, dass meine Ideen und Erfahrungen für den Verein von Nutzen sein können. Das gesamte Team hat es mir sehr leicht gemacht, mich einzufinden. Ich gebe gern zu, dass ich anfangs total überfordert war von der Größe des Vereins und der Fülle der Aufgaben. Alles war Neuland für mich, auch die Geschwindigkeit, in der Entscheidungen notwendig sind, war gewöhnungsbedürftig. Aber mittlerweile fühle ich mich extrem wohl und habe das deutliche Gefühl, dass wir als Team sehr gut harmonieren und viel voneinander lernen. Jede Perspektive ist wichtig, alle werden ernst genommen und wertgeschätzt. Das gefällt mir!

Welche Schwierigkeiten hattet ihr beide für euren Einstieg als Frau in eine Führungsposition im Sport erwartet, und welche davon sind tatsächlich eingetreten?

Laura: Ich habe mir viele Gedanken gemacht, ob ich allen Herausforderungen gewachsen wäre, die auf mich warteten. Aber die großartige Zusammenarbeit im Team hat mir alle Sorgen schnell genommen. Ich habe gespürt: Es ist vollkommen okay und darf so sein, dass es Zeit braucht, in seine neuen Aufgaben hineinzuwachsen. Dazu bedarf es sicherlich einer Unternehmenskultur, die das toleriert, und die ist beim HSV zum Glück gegeben.

Michaela: Bei mir war der wichtigste Faktor, dass sich schnell herausgestellt hat, dass die anderen auch nur mit Wasser kochen. Zu erleben, dass man nicht überall zu 100 Prozent im Thema sein kann, dass man nicht überall Fachfrau sein muss, hat mir beim Ankommen sehr geholfen. Führung heißt ja nicht, alles selbst zu wissen. Führung heißt, gute Fragen zu stellen, Verantwortung zu übernehmen und die richtigen Menschen zusammenzubringen. Mein damaliger Chef und ich waren total unterschiedlich. Er war extrem strukturiert und diszipliniert, ich hatte großen Respekt vor dieser Aufgabe. Er aber hat mich bestärkt, indem er mir versichert hat, dass meine Stärken mich tragen würden.

Das Ziel für die Heim-EM: Taekwondo in Deutschland ins beste Licht rücken

Ob es die erfolgreichste Europameisterschaft der bisherigen Taekwondo-Geschichte werden wird, bleibt abzuwarten. Dass es die bislang größten kontinentalen Titelkämpfe in der aus Korea stammenden Kampfsportart werden, steht indes bereits fest. Teilnehmende aus 47 Nationen haben ihre Zusage gegeben, vom 11. bis 14. Mai im Münchner BMW-Park auf die Matte zu gehen. „Unser Sport wächst immer weiter, das ist sehr positiv. Und natürlich ist es für uns als Deutsche Taekwondo Union eine große Ehre, wieder ein solches Turnier in der Heimat ausrichten zu dürfen. Das wollen wir nutzen, um uns auf dieser Bühne zu präsentieren“, sagt Aziz Acharki. Die bislang letzte Heim-EM gab es vor 20 Jahren in Bonn, in München wurde zuletzt 1978 um Europas Krone gekämpft. 2003 war Garmisch-Partenkirchen letzter deutscher Ausrichter einer WM.

Aziz Acharki ist im deutschen Taekwondo eine Legende. Der Deutsch-Marokkaner, der in Bonn aufwuchs, holte sowohl als Sportler (1995) als auch als Trainer (2013) WM-Titel und vertrat die DTU ebenfalls in beiden Funktionen bei Olympischen Spielen; 2000 bei der Olympiapremiere seines Sports in Sydney (Australien), 2016 in Rio de Janeiro als Bundestrainer. Anschließend wechselte der 54-Jährige nach Dänemark, um dort die Taekwondo-Strukturen weiterzuentwickeln, ehe er im Oktober 2024 als Sportlicher Leiter Zweikampf zum deutschen Verband zurückkehrte. „Die DTU wollte ihre Strukturen erneuern und sich modern aufstellen, diese Herausforderung hat mich sehr gereizt“, sagt er.

Nachdem sich für die Olympischen Spiele 2024 in Paris lediglich Schwergewichtlerin Lorena Brandl (28) vom Verein Tiger and Dragon Altmannstein/Mindelstetten qualifizieren konnte, die letztlich im Kampf um Bronze der Koreanerin Lee Dabin unterlag, sah sich die DTU gezwungen, neue Wege zu gehen. „Wir haben neue Qualifikationskriterien aufgestellt und im Trainerbereich einige Änderungen vollzogen“, sagt Aziz Acharki, „besonders im Nachwuchs müssen wir die Förderung verbessern und individualisieren, um es unseren Athletinnen und Athleten leichter zu machen, sich voll auf ihren Sport konzentrieren zu können. Wir haben starken Nachwuchs, von dem wir einiges erwarten, aber es braucht auch Zeit und die dafür notwendige Geduld.“

Franziska Koch ist „Sportlerin des Monats“ April

Mit ihrem Triumph beim Radsport-Klassiker Paris-Roubaix hat Franziska Koch ein Stück Sportgeschichte geschrieben: In einem packenden Herzschlagfinale setzte sie sich gegen die internationale Konkurrenz durch und kürte sich als erste deutsche Frau zur Siegerin des Rennens. Für diese herausragende Leistung wählten die Sporthilfe-geförderten Athletinnen und Athleten die Radsportlerin mit 53,3 Prozent zur „Sportlerin des Monats“ April.

Hinter Franziska Koch sichert sich bei der Sporthilfe-Wahl zur Sportlerin bzw. Sportler des Monats Gewichtheberin Lisa Marie Schweizer (35,3%) Rang zwei. Die 28-Jährige überzeugte bei den Europameisterschaften in Georgien mit starken Leistungen: Mit persönlicher Bestleistung im Reißen sicherte sie sich den Titel und gewann zudem im Zweikampf die Bronzemedaille. Den dritten Platz bei der Wahl belegen die Trampolinturner Fabian Vogel und Matthias Schuldt (11,4%). Die beiden deutschen Synchron-Spezialisten feierten bei den Europameisterschaften im portugiesischen Portimão einen gelungenen Einstand als Duo und gewannen auf Anhieb die Silbermedaille.

Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Wahl zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting. 

Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.

Deutsche Sporthilfe