Neuigkeiten von Sportdeutschland

Team D-Athlet*innen für Dakar 2026 nominiert

Der DOSB hat am heutigen Dienstag (15. September) in seiner Nominierungssitzung 50 junge Athlet*innen offiziell für das Team Deutschland nominiert, um bei den Olympischen Jugendspielen Dakar 2026 an den Start zu gehen. Team Deutschland wird bei den Olympischen Jugendspielen vom 31. Oktober bis 13. November 2026 in 17 Sportarten vertreten sein. Die Athlet*innen sind zwischen 14 und 17 Jahre alt und gehören zu den vielversprechendsten Nachwuchssportler*innen Deutschlands. 

Die Olympischen Jugendsommerspiele Dakar 2026 markieren einen historischen Meilenstein für die Olympische Bewegung und das Internationale Olympische Committee (IOC). Erstmals wird eine olympische Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen. Wettkampfstätten befinden sich in der senegalesischen Hauptstadt Dakar sowie in den Städten Diamniadio und Saly.

„Ich mag es am liebsten, wenn die Rennen hart sind“

DOSB: Franziska, welchen Stellenwert hat die WM für dich in dieser an Höhepunkten reichen Saison?

Franziska Koch: Obwohl ich bereits eine tolle Saison hatte, freue ich mich sehr auf die WM. Sie hat sportlich einen hohen Stellenwert für mich.

Du bist für alle drei Wettbewerbe nominiert. Haben alle die gleiche Priorität oder wie priorisierst du?

Einzelzeitfahren und Straßenrennen haben die gleiche Priorität, auf beiden liegt mein klarer Fokus. In der Mixedstaffel möchte ich natürlich auch alles geben. Dort zählt aber vorrangig die Leistung des gesamten Teams. Wir haben in der Vergangenheit schon gezeigt, dass wir gemeinsam zu großartigen Leistungen imstande sind. Wenn mein Fokus nicht auch auf dem Teamevent liegen würde, dann dürfte ich gar nicht an den Start gehen.

Auf Rundfahrten seid ihr es gewohnt, jeden Tag volle Leistung abzurufen. Wie steuert man die Belastung innerhalb einer Woche mit „nur“ drei Rennen? Was verändert sich dadurch an der Vorbereitung und Herangehensweise?

Wir haben bei der WM tatsächlich ein paar Ruhetage, an denen man eine gute Balance finden muss zwischen dem Zulassen von Ruhe und Erholung, aber den Körper dennoch im Betriebsmodus zu halten, um startklar zu bleiben. An der Herangehensweise ändert sich nicht so viel, außer dass die Woche etwas entspannter angegangen werden kann als bei einer großen Rundfahrt.

Worin liegt für dich der Unterschied, für Deutschland anstatt für dein Team FDJ United-Suez anzutreten?

Man muss mehr packen, wenn man fürs Nationalteam antritt! Ich musste meine Räder, meine Helme, auch meine Energieregel selbst einpacken, das erledigt normalerweise das Team für mich. Und ich arbeite jetzt mit Menschen zusammen, die ich im Verlauf einer Saison nicht so häufig sehe. Aber das läuft sehr gut, wir haben eine tolle Betreuung. Ich starte sehr gern für Deutschland!

Was hat der Wechsel des Teams zu dieser Saison für dich bewirkt?

Er hat mir sehr gut getan. Ich habe einen neuen Input gebraucht, den ich bekommen habe. Ich habe einen neuen Trainer vom Team gestellt bekommen, mit dem ich sehr gut zusammenarbeite. Der Spaß an der Arbeit ist groß, dieser Tapetenwechsel war sehr wichtig für mich. Eine glückliche Athletin ist eine gute Athletin.

Der Sieg bei Paris – Roubaix in diesem Jahr als erste Deutsche bei diesem prestigeträchtigen Rennen hat dich einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Welche Reaktionen darauf haben dich besonders gefreut und was hat dieser Sieg für dich in Gang gesetzt?

Dieser Sieg hat mir einiges mehr an Aufmerksamkeit und Bekanntheit beschert. Es ist sehr cool, wenn man zum Beispiel am Flughafen um ein gemeinsames Foto gebeten wird. Das zeigt mir, welchen Einfluss man auf die Fans haben kann, und dafür bin ich sehr dankbar, weil ich es bislang nicht so kannte.

Du hast oft erwähnt, welche Rolle deine Eltern für deine Karriere gespielt haben und immer noch spielen. Wie hat sich diese Beziehung im Verlauf der vergangenen Jahre verändert?

Die Beziehung zu meinen Eltern ist immer noch super, aber wenn man professionell unterwegs ist, ist es normal, dass ihr Einfluss abnimmt. Mein Vater hat lange mein Training geleitet und wir sind als Familie zu den Rennen gefahren. Dass die Eltern immer dabei sind, hat sich geändert, aber ich kriege immer noch Hinweise oder Tipps von meinem Vater mit auf den Weg, und das finde ich sehr schön.

„Klimaanpassung ist für uns kein einmaliges Bauprojekt“

Wie können Sportvereine ihre Sportanlagen an die Folgen des Klimawandels anpassen? Der FSV 1926 Cappel e.V. hat gemeinsam mit dem Öko-Institut und weiteren Partnern ein Klimaanpassungskonzept entwickelt und berichtet im Interview über konkrete Maßnahmen und Erfahrungen.

Wie Extremwetter den Sportsommer verändert

Der Klimawandel verändert die Bedingungen unter denen Sport stattfindet. Besonders deutlich wird das bei hohen Temperaturen – sie können die Leistungsfähigkeit beeinflussen und gesundheitliche Risiken für Sportler*innen, Zuschauer*innen, Helfende und weitere am Sport beteiligte Personen erhöhen. Gleichzeitig zeigt der Sportsommer 2026, dass Anpassungen möglich sind. 

Von Verkürzungen bis zur Veranstaltungsabsage

Beim IRONMAN Frankfurt (28.06) wurden aufgrund der zu erwartenden Hitze sowohl die Rad- als auch die Laufstrecke deutlich verkürzt. Beim hella hamburg halbmarathon fiel die Entscheidung noch weitreichender aus: Die für den 28. Juni geplante Veranstaltung wurde wegen der erwarteten Temperaturen von bis zu 37 Grad zunächst abgesagt und später auf den 25. Oktober verschoben. Trotz eines umfangreichen Wetterschutzkonzepts konnten gesundheitliche Risiken für Teilnehmende, Helfende und Einsatzkräfte nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden.

Auch der organisierte Sport reagierte. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) beispielsweise sagte Ende Juni aufgrund der extremen Temperaturen sämtliche von ihm organisierten Verbandsspiele und -turniere für ein ganzes Wochenende ab. Betroffen waren rund 4.400 Partien, insbesondere im Junior*innenbereich. Für nicht vom Verband organisierte Spiele empfahl der BFV, bei hohen Temperaturen auf Absagen oder gegebenenfalls auf kühlere Morgen- und Abendstunden auszuweichen.

Diese Beispiele zeigen: Klimaanpassung ist längst keine Zukunftsaufgabe mehr. Veranstalter, Verbände und Vereine stehen zunehmend vor der Frage, wie Sport auch unter veränderten klimatischen Bedingungen sicher und attraktiv gestaltet werden kann. Dabei geht es nicht immer um große bauliche Veränderungen. Angepasste Trainings- und Wettkampfzeiten, Trink- und Kühlmöglichkeiten, klare Entscheidungswege bei Extremwetter und eine gute Kommunikation können bereits einen wichtigen Beitrag leisten. 

Eine Heim-WM, bei der Erfolg fast garantiert werden kann

Heim-WM! Es gibt nicht vieles, was Sportlerinnen und Sportler mehr elektrisiert als die Aussicht auf Welttitelkämpfe vor der eigenen Haustür. Und so überrascht es kaum, dass auch Nina Hachenburg und Jonas Vieren ihre Vorfreude auf das, was in dieser Woche in Duisburg auf sie wartet, als „riesig“ beschreiben. Die Ausgangslage jedoch ist für die beiden Kanupolo-Spitzenkräfte, die in der Bundesliga für die Wassersportfreunde Liblar antreten und in dem renommierten Verein aus Erftstadt regelmäßig gemeinsam trainieren, durchaus unterschiedlich. Während Jonas mit den deutschen Männern bereits dreimal Weltmeister war und mit 36 Jahren der Routinier des Teams ist, steht die 22 Jahre alte Nina zum ersten Mal im WM-Kader der A-Nationalmannschaft.

„Bei meiner ersten WM-Teilnahme gleich vor heimischem Publikum antreten zu dürfen, ist natürlich etwas ganz Besonderes für mich. Es werden richtig viele Freunde und Familienmitglieder dabei sein“, sagt die Allrounderin, die an der Deutschen Sporthochschule in Köln Sportmanagement studiert. Jonas, der als Produktionsingenieur im Werkzeugbau arbeitet, hat zwar schon eine Heim-WM erlebt, allerdings nur als Zuschauer. „Bei der WM 2002 im Essener Grugabad war ich zwölf Jahre alt und stand mit einer Trommel auf der Tribüne. Damals habe ich gedacht, wie cool es wäre, einmal als Aktiver bei einer Heim-WM dabei zu sein. Dass dieser Traum nach so vielen Jahren nun Realität wird, ist eine richtig große Sache für mich“, sagt er.

Bereits an diesem Montag wird die WM auf der Regattabahn im Sportpark Duisburg feierlich eröffnet, der Spielbetrieb startet am Dienstag mit den U-21-Teams, die ebenfalls Teil der WM sind. Die A-Nationalteams greifen am Mittwoch erstmals ein. Die Frauen treffen um 9.10 Uhr auf Malaysia, die Männer um 9.45 Uhr auf Japan. Insgesamt werden 76 Mannschaften aus 28 Nationen mit mehr als 700 Athletinnen und Athleten erwartet, 359 Partien stehen bis zum Sonntag auf dem Spielplan. Dass alle vier Finals deutsche Beteiligung aufweisen werden, ist keinesfalls unrealistisch, sondern das klare Ziel des Dachverbands DKV. Chefbundestrainerin Leonie Wagner sagt: „Das Ziel ist, dass wir am Ende vier Medaillen in Deutschland behalten. Vor allem möchte ich aber, dass wir unseren Besucherinnen und Besuchern spannende und intensive Wettbewerbe präsentieren, die Lust auf Kanupolo machen.“

„Wir wollen den Schach-Boom weiter anheizen“

Samarkand, das ist Musik in den Ohren der an Kunst- und Kulturgeschichte Interessierten. Die 600.000 Einwohner*innen zählende Stadt im Südosten Usbekistans, eine der ältesten durchgehend bewohnten Siedlungen Asiens, liegt an der historischen Seidenstraße und ist für ihre Moscheen und Mausoleen weltbekannt. Doch Samarkand kann auch Sportgroßveranstaltungen durchführen, und das ist der Grund dafür, dass Elisabeth Pähtz und Matthias Blübaum in den kommenden zwei Wochen keine Kapazitäten haben werden, um die touristischen Höhepunkte auszuchecken. Die beiden Großmeister treten mit den deutschen Nationalmannschaften zur Schach-Olympiade an, dem größten und wichtigsten Teamwettbewerb ihres Sports. „Schach ist zwar ein Einzelsport, aber für uns als Team ist es der wichtigste Wettkampf der Saison, zumal die Olympiade auch nur alle zwei Jahre stattfindet“, sagt Matthias.

Der 29-Jährige, der in Bielefeld lebt, geht mit der Erfahrung in seine fünfte Olympiade, mit den Besten der Welt mithalten zu können. Der Weltranglisten-52. startete im April dieses Jahres beim Kandidatenturnier für die WM, die Ende des Jahres in Genf zwischen dem indischen Titelverteidiger Dommaraju Gukesh und Turniersieger Javohir Sindarov (Usbekistan) stattfindet, und belegte dort Platz sechs. „Ob ich dadurch schachtechnisch viel gelernt habe, kann ich gar nicht sagen. Aber die Teilnahme hat mir die Angst genommen, mich gegen die Besten der Welt behaupten zu müssen, ich gehe nun mit einem anderen Selbstvertrauen ans Brett“, sagt er. In Samarkand ist Matthias im fünf Spieler umfassenden Aufgebot von Bundestrainer Jan Gustafsson die Nummer zwei hinter dem Weltranglistensechsten Vincent Keymer (21). Zudem zählen noch die Svane-Brüder Rasmus (29) und Frederik (22) sowie Alexander Donchenko (28) zum Kader.

Einen noch höheren Stellenwert hat die Olympiade für Elisabeth Pähtz. Die erfolgreichste und bekannteste deutsche Schachspielerin der Gegenwart, die 2022 als erste Deutsche den allgemeinen Großmeistertitel zuerkannt bekam, hat seit 1998 keine Ausgabe verpasst und startet in Samarkand zum 13. Mal in Folge für Deutschland. „Für mich ist die Olympiade so etwas wie mein Lebenslauf, seit ich als Zwölfjährige zum ersten Mal daran teilgenommen habe. Individuell mag es wichtigere Turniere geben, aber als Teamevent ist sie das Größte für uns“, sagt die 41-Jährige, die das Aufgebot von Bundestrainerin Zahar Efimenko anführt. Außerdem zählen Dinara Wagner (27), Hanna-Marie Klek (31), Lara Schulze (24) und die Deutsche Meisterin Jana Schneider (24) zum Kader.

So startest du mit Basketball: 5 Tipps für Mädchen und Frauen

Die Basketball-Heim-WM 2026 steht unter dem Motto „We Own The Game“ und setzt ein starkes Zeichen für Gleichberechtigung und Vielfalt. Gleichzeitig zeigt sich auch im Basketball noch immer eine Unterrepräsentanz von Frauen und Mädchen, sowohl auf dem Spielfeld als auch im Coaching.

Dabei waren die vergangenen Jahre für den Frauenbasketball in Deutschland historisch: die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024, Olympiagold für Team D im 3x3-Basketball und ein starker fünfter Platz bei der Women’s EuroBasket 2025. Mit der Heim-WM in Berlin rückt die Sportart nun noch stärker in den Fokus.

Du möchtest selbst loslegen? Dann kommen hier fünf Tipps.

Klingenthal ist Eliteschule des Jahres 2025

Die Eliteschule des Sports Klingenthal / Sachsen ist vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Sparkassen-Finanzgruppe als „Eliteschule des Jahres 2025“ ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt die herausragende Arbeit des Sportcampus Klingenthal, des dazugehörigen Sportinternats sowie des Standorts Klingenthal des Olympiastützpunkts Sachsen.

Besonders positiv floss bei der Bewertung der Jury der Umgang mit neuen olympischen Sportarten ein. Die EdS Klingenthal hat hierbei bereits mehrfach eine Vorreiterrolle übernommen: So wurde die ehemalige Schülerin Ulrike Gräßler 2009 erste deutsche WM-Medaillengewinnerin im Skispringen, zudem setzte der Standort in der Nordischen Kombination der Frauen früh Maßstäbe und stellte 2020 mit Jenny Nowak die erste deutsche Meisterin und Juniorenweltmeisterin in dieser Disziplin. Schule, Internat und Leistungssport arbeiten eng zusammen, um jungen Athlet*innen die bestmögliche Kombination aus schulischer sowie sportlicher Höchstleistung zu ermöglichen.

DOSB-Vorstand Leistungssport Olaf Tabor: „Die Eliteschulen des Sports leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Talenten im und für den Leistungssport in Deutschland. Die Eliteschule Klingenthal hat sich insbesondere im Wintersport sehr verdient gemacht, ist immer wieder neue Wege gegangen und hat sich stets weiterentwickelt, um ihren Schüler*innen und Nachwuchsleistungssport*innen die bestmöglichen Bedingungen zu bieten, damit sie sich auf ihren Sport konzentrieren und gleichzeitig ihre schulischen Leistungen im Blick behalten können. Dafür gebührt Klingenthal unser Dank und unsere Anerkennung.“

Schlag den Brand! Wie eine Sportabzeichen-Wette mehr als 900 Menschen bewegte

Zum 750-jährigen Dorfjubiläum schloss der SV Engelhelms eine besondere Wette mit dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Ministerin für Bildung, Familie, Senioren Frauen und Jugend sowie gebürtigen Engelhelmser Michael Brand MdB (52/CDU) ab: Bis zum 21. August, dem großen Jubiläumsabend, sollten 750 Menschen das Deutsche Sportabzeichen ablegen. So viele Sportabzeichen innerhalb weniger Monate? Viele hielten das zunächst für völlig unrealistisch. Doch am Ende stand ein Ergebnis, das selbst Initiatorin Sabrina Bohl überraschte.

Der Ausgangspunkt für die außergewöhnliche Aktion lag in einer ganz persönlichen Wiederentdeckung. „Ich habe vor mehr als 30 Jahren das Sportabzeichen abgelegt. Als ich mit meiner Kindersportgruppe nach einer neuen Herausforderung gesucht habe, kamen mir wieder die positiven Erinnerungen daran, wie schön dieses Gefühl ist, gemeinsam das Abzeichen abzulegen“, erzählt die Übungsleiterin des SV Engelhelms. Bei Veranstaltungen des Sportkreises Fulda-Hünfeld erlebte sie die besondere Atmosphäre rund um das Sportabzeichen erneut hautnah: „Da hat es mich direkt wieder gecatcht.“

Aus dieser Begeisterung entstand wenig später eine Idee. Im Jubiläumsjahr ihres Heimatortes fragte sich Bohl, ob sich die Zahl 750 nicht auch sportlich nutzen ließe. Gemeinsam mit ihrem Mann entwickelte sie den Gedanken, 750 Menschen für das Deutsche Sportabzeichen zu begeistern und dafür den gebürtigen Engelhelmser und beliebten Politiker Michael Brand herauszufordern. Die Idee wurde vom Ortsvorsteher sofort aufgegriffen und öffentlich gemacht. Michael Brand war als langjähriger Unterstützer des SVE, in dem er selbst früher aktiv Fußball spielte, sofort dabei, wie er selbst in einem Interview mit dem DOSB erzählt. Innerhalb weniger Monate entwickelte sich daraus eine Bewegung, die weit über die Dorfgrenzen bekannt wurde.

Vier Neue in der „Hall of Fame des deutschen Sports“

Die zweifache Olympiasiegerin und siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier, der Olympiasieger und Weltmeister im Kunstturnen Fabian Hambüchen, Deutschlands erfolgreichster Skirennläufer im alpinen Weltcup, Felix Neureuther, sowie die Doppel-Olympiasiegerin und frühere Weltrekordhalterin im Schwimmen, Britta Steffen, sind von der Jury in die von der Sporthilfe initiierte „Hall of Fame des deutschen Sports“ gewählt worden.

Die vier Athletinnen und Athleten, die von Sporthilfe, Deutschem Olympischen Sportbund und dem Verband Deutscher Sportjournalisten als den drei Trägern der „Hall of Fame“ der Jury vorgeschlagen wurden, stehen damit ab sofort in einer Reihe von insgesamt jetzt 142 herausragenden Sportpersönlichkeiten, die durch ihren Erfolg im Wettkampf oder durch ihren Einsatz für Sport und Gesellschaft Geschichte geschrieben haben.

Die offizielle Aufnahmefeier findet am Donnerstagabend, den 26. November 2026 bei PwC Deutschland, Nationaler Förderer der Sporthilfe, in Frankfurt am Main statt.

„Eigentlich denke ich nur noch an Olympia“

In der BT-Arena in Cluj-Napoca startet am Donnerstag dieser Woche die EM-Mission der deutschen Volleyball-Männer. Die Mannschaft von Bundestrainer Massimo Botti, die an diesem Dienstag aus dem Trainingslager in Kienbaum nach Rumänien reist, trifft in Gruppe D zum Auftakt um 19 Uhr auf die Türkei. Weitere Gruppengegner sind Lettland (11. September, 16 Uhr), Gastgeber Rumänien (12. September, 19 Uhr) und die Schweiz (14. September, 16 Uhr), ehe es zum Vorrundenabschluss am 15. September (19 Uhr) gegen Olympiasieger Frankreich geht. Der 2,06 Meter lange Mittelblocker Anton Brehme hat zwar kein Verständnis für den extrem gestrafften Zeitplan, freut sich aber dennoch auf das Turnier, bei dem die jeweils besten vier Teams der vier Vorrundengruppen das Achtelfinale erreichen. Im Gespräch mit dem DOSB blickt der 27-Jährige, der in der kommenden Saison für die Wolfdogs Nagoya in Japan spielen wird, aber auch schon auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles voraus.

Anton, die deutschen Basketballerinnen spielen aktuell ihre Heim-WM, die komplett in Berlin stattfindet. Eure EM dagegen wird in vier Ländern ausgetragen. Wie gelingt es, dass trotzdem echte Turnierstimmung aufkommt?

Anton Brehme: Interessante Frage, da sind wir uns auch noch nicht ganz sicher. Die Halle wird wahrscheinlich ziemlich leer sein, wenn Rumänien nicht spielt, und viele Fans aus Deutschland sind auch nicht zu erwarten. Aber davon dürfen wir uns nicht beeindrucken lassen. Wir müssen selbst im Team für die richtige Stimmung sorgen, denn die ist sehr wichtig für uns, damit wir in den nötigen Flow kommen. Und vielleicht unterschätze ich auch die rumänischen Fans.

Ihr spielt eure Vorrunde in Cluj-Napoca in Rumänien. Welche Erfahrungen habt ihr mit diesem Gastgeber, was erwartet euch dort?

Ich persönlich habe noch nie in Rumänien gespielt, und ich glaube, das geht den meisten im Team so. Deshalb kann ich nicht einschätzen, was uns dort erwartet. Ich bin sicher, dass es im Duell mit den Rumänen eine sehr gute Atmosphäre geben wird. Grundsätzlich mache ich mir darüber aber keine Gedanken. Die Arenen, die für eine EM als Austragungsort ausgewählt werden, sind alle ähnlich und erfüllen alle notwendigen Standards. Insofern gehe ich offen und positiv an diese neue Erfahrung heran.

Mit welcher sportlichen Zielsetzung geht ihr in das Turnier? Wann wäre diese EM für dich persönlich ein Erfolg?

Das erste Ziel ist der Viertelfinaleinzug. Es gibt bei der EM wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation zu gewinnen, und dafür wollen wir uns in die bestmögliche Position bringen. Aber wir würden natürlich gern auch den nächsten Schritt machen und an die historische EM-Silbermedaille von 2017 anknüpfen. Ich habe noch nie ein EM-Halbfinale gespielt, deshalb wäre die EM für mich persönlich ein Erfolg, wenn wir es über das Viertelfinale hinaus schaffen.

Lass uns auf die Gruppengegner schauen: Frankreich, Lettland, Rumänien, Schweiz und die Türkei. Die Franzosen sind Olympiasieger, ihr habt sie in der Nations League in diesem Sommer aber geschlagen. Die Türken lagen in der Nations League vor euch. Was ist also in dieser Gruppe realistisch möglich für euch?

Klar ist, dass wir uns in dieser Gruppe zumindest für das Achtelfinale qualifizieren sollten. Aber ich glaube, dass es auf jeden Fall machbar ist, unter die besten zwei zu kommen. Dass wir die Franzosen an einem guten Tag schlagen können, haben wir in der Nations League gezeigt. Uns ist bewusst, dass wir uns gegen keinen Gegner ausruhen können, die haben alle gute Spieler in ihren Reihen. Da müssen wir schon von Beginn an Vollgas spielen und werden nicht durchrotieren können. Aber wir sind in guter Form und auf einem guten Weg, auch wenn wir beim Vorbereitungsturnier in Italien alle drei Spiele verloren haben. Aber da waren wir körperlich auch echt platt.

Was zu einem Teil sicherlich an dem Weltrekordsatz lag, den ihr beim 2:3 gegen Weltmeister Italien gespielt habt. 66:64 nach 89 Minuten – wie war dieses Erlebnis für einen Aktiven auf dem Feld?

Das war schon krass. Am härtesten war es mental, ich konnte mich nach diesem ersten Satz gar nicht mehr so richtig konzentrieren, weil der so lang war wie viele komplette Matches. Letztlich haben wir mehr als dreieinhalb Stunden gespielt, und das hat mich körperlich noch ein, zwei Tage beschäftigt, ich hätte nie gedacht, dass mich ein einzelnes Spiel so mitnehmen könnte. Auf dem Feld hat noch keiner von uns richtig verstanden, was da eigentlich abging, aber als wir dann gesehen haben, wie viel darüber berichtet wurde, kam schon die Freude auf, Teil eines solchen Ereignisses gewesen zu sein. Dass wir 2:3 verloren haben, war da fast schon zweitrangig. Ich glaube, solche außergewöhnlichen Geschichten sind sehr interessant für unseren Sport.

Sportlich sehr interessant, aber auch sehr kraftraubend ist über den Sommer die Nations League. Welche Bedeutung hat sie für euch als Team, welchen Stellenwert hat sie im Vergleich zur EM?

Da es keine Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele mehr gibt, hat sie eine hohe Bedeutung, denn dort kann man Punkte für Los Angeles sammeln. Das Problem ist, dass wir nie mit dem kompletten Team durchspielen können, weil wir im Sommer auch Pausen brauchen. Ich habe in diesem Jahr nur die letzte von drei Wochen mitgespielt. Grundsätzlich macht es großen Spaß, man spielt an coolen Orten und trifft nur auf die Topteams. Und mit Blick auf Olympia sollten wir im kommenden Jahr wirklich auf die Zähne beißen und komplett mit unserem besten Team antreten. Die EM ist im Vergleich zur Nations League noch einmal sportlich hochwertiger, weil dort alle mit ihren besten Kadern dabei sind. Die EM ist sportlich und emotional der Saisonhöhepunkt.

In manchen Sportarten ist der EM-Titel sportlich wertvoller als ein WM-Titel, weil die Konkurrenz in Europa deutlich stärker ist. Wie ordnest du das für den Volleyball ein?

Bei uns ist das nicht der Fall, da kommen bei einer WM einige Nationen dazu, die die europäische Spitze schlagen können. Sportlich wertvoll wäre eine EM-Medaille für uns aber trotzdem, um Aufmerksamkeit auf unseren Sport zu lenken und um zu zeigen, dass mit dem deutschen Volleyball mit Blick auf Los Angeles zu rechnen ist.

Wie blickt ein deutscher Nationalspieler auf die EM der Frauen, bei der Deutschland in der vergangenen Woche im Viertelfinale gegen die Türkei ausgeschieden ist? Würdest du dir mehr Doppelveranstaltungen wünschen, um gemeinsam die Saisonhöhepunkte erleben zu können?

Definitiv, das wäre schon cool, das haben wir ja bei den Olympischen Spielen in Paris gesehen. Wir begegnen dem deutschen Frauen-Team regelmäßig im Trainingslager in Kienbaum, wir unterstützen uns gegenseitig und schauen uns die Spiele an, wann immer wir können. Gemeinsame Turniere fände ich wirklich schön, und ich glaube, dass auch der DVV sich freuen würde, weil das in der Planung und vielleicht auch finanziell manches erleichtern würde.

„Der Safe Sport Code bleibt ein lernendes Regelwerk“

DOSB: Maike, Florian, ihr seid im DOSB wahrscheinlich am tiefsten mit der Thematik vertraut. Wie lautet euer erstes Fazit nach knapp zwei Jahren Safe Sport Code?

Florian Pröckl: Der Safe Sport Code ist im organisierten Sport angekommen. Ein großer Teil der Mitgliedsorganisationen hat sich inzwischen intensiv mit der Einführung im eigenen Verband befasst. Eine Reihe von Verbänden hat den Code bereits durch die eigene Mitgliederversammlung verabschieden lassen, zahlreiche weitere werden voraussichtlich im kommenden Jahr folgen. Damit zeichnet sich ab, dass viele Organisationen den Safe Sport Code bereits deutlich vor Ablauf der von den Mitgliedsorganisationen selbst beschlossenen Umsetzungsfrist Ende 2028 implementieren werden. 

Maike Herrlein: Das ist aus unserer Sicht ein guter Zwischenstand. Man darf nicht vergessen, dass viele Verbände nicht jedes Jahr Mitgliederversammlungen durchführen, in denen die notwendigen Satzungs- und Ordnungsänderungen beschlossen werden können. Gleichzeitig ist die Einführung des Safe Sport Codes auch mehr als ein formaler Beschluss: Zuständigkeiten sind zu klären und die nach dem Code vorgesehenen Strukturen zu schaffen, damit Verfahren durchgeführt werden können. Vor diesem Hintergrund sind wir mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden.   

Gab es Entwicklungen, die euch überrascht haben oder mit denen ihr vorher so nicht gerechnet hättet?

Florian: Überrascht hat uns, wie groß das Interesse bei den Verbänden auf Landesebene und teilweise sogar bei den Vereinen bereits ist. Wir sprechen seit der ersten Veröffentlichung des SSC von einem Dekadenprojekt: Der Code soll schrittweise oder kaskadenartig von oben nach unten in die unterschiedlichen Ebenen des organisierten Sports hineinwirken. Eine flächendeckende Einführung auf Ebene der Landesverbände ist daher bewusst kein kurzfristiges Ziel. Und die Vereine kommen noch deutlich später. Gerade auf Vereinsebene ist es aus unserer Sicht ohnehin deutlich wichtiger, dass dort die Prävention funktioniert. Dass Schutzkonzepte vorhanden sind, Verantwortliche für das Thema sensibilisiert und qualifiziert werden und funktionierende Melde- und Beratungswege bestehen. Ein eigenes Sanktionssystem aufzubauen, um Strafen nach Fällen von Gewalt im eigenen Verein aussprechen zu können, erfordert dagegen Ressourcen, die viele Vereine nicht haben. Diese können und müssen aber auch nicht alle Vereine selbst vorhalten, wenn sie den Safe Sport Code umsetzen wollen. Denn hierfür müssen wir externe Strukturen schaffen, auf die Vereine bei der Durchführung von Untersuchungs- und Disziplinarverfahren zurückgreifen können. Der Aufbau dieser Strukturen wird allerdings noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Umso bemerkenswerter ist es, wie viele Vereine aber auch jetzt schon bereit sind, die Ressourcen trotzdem zu schaffen, und wie engagiert sie generell bei der Bekämpfung von interpersonaler Gewalt sind.

Warum war es notwendig, bereits vergleichsweise früh einen ersten Evaluierungsprozess anzuschieben und abzuschließen?

Maike: Die wichtigsten Erkenntnisse, ob etwas Neues funktioniert oder ob es an der ein oder anderen Stelle noch Anpassungen bedarf, erhält man regelmäßig erst im Prozess der Umsetzung, mit anderen Worten, wenn sich Personen mit dem Regelwerk intensiv beschäftigen. Etwas Vergleichbares zum Muster-Safe-Sport-Code gab es im deutschen Sport in dieser Form bislang nicht. Deswegen war klar, dass wir bestimmte Fragen erst dann wirklich beantworten können, wenn die Mitgliedsorganisationen mit der konkreten Implementierung beginnen und vielleicht sogar bereits erste praktische Erfahrungen mit dem Regelwerk sammeln konnten. Genau diese Erfahrungen wollten wir frühzeitig aufnehmen. Uns ging es darum zu schauen: Welche Regelungen funktionieren gut? Wo bestehen Verständnisfragen? Und wo zeigen sich bei der praktischen Umsetzung Punkte, die präzisiert oder angepasst werden sollten?