Neuigkeiten von Sportdeutschland
„Die wichtigsten Rennen werden im Endspurt entschieden“
DOSB: Am 19. April stehen die entscheidenden Referenden in der Region KölnRheinRuhr und in Kiel an. Welche Rolle spielen die Erfahrungen aus dem erfolgreichen Referendum in München für die aktuellen Bürgerentscheide?
Thomas Weikert: Die erfolgreiche Abstimmung in München hat dem gesamten Prozess natürlich Rückenwind gegeben. Es hat sich gezeigt, dass Referenden zur Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele durchaus gewonnen werden können. München war das erste erfolgreiche Referendum zu Sommerspielen weltweit. Wichtig war und ist es in unserem Prozess, dass Sport, Politik und Wirtschaft mit einer Stimme sprechen und den Fokus auf die allein schon durch die Bewerbung entstehenden Chancen für viele gesellschaftliche Bereiche zu legen. In einer offenen, positiven und emotionalen Art und Weise. Das hat viele Menschen überzeugt. Ich hoffe, das ist auch bei den Abstimmungen sowohl in Kiel als auch in KölnRheinRuhr wieder der Fall. Die wichtigsten Rennen werden bekanntlich im Endspurt entschieden. Ich wünsche mir daher, dass die Bürgerinnen und Bürger in NRW sowie Kiel von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch machen und die letzten Tage bis zum Sonntag noch zahlreich zur Stimmabgabe nutzen. Wobei ich darum bitte zu bedenken, dass es in NRW nicht die Möglichkeit gibt, am Sonntag Wahllokale zu nutzen. Die Unterlagen müssen per Brief am besten bis spätestens Mittwoch abgesendet oder bis zum Sonntag im jeweiligen Rathaus abgegeben werden.
Wie wichtig ist der Ausgang der kommenden Referenden für den weiteren Prozess?
Mit München hat bereits ein nationaler Bewerber das Ziel erreicht. Insofern geht es am kommenden Sonntag nicht mehr um die Frage, ob es eine deutsche Bewerbung geben wird, sondern darum, ob es Olympische und Paralympische Spiele in KölnRheinRuhr beziehungsweise Segeln in Kiel geben kann. Wir hoffen, dass sich die Sportbegeisterung, die wir an Rhein und Ruhr und an der Ostsee seit Wochen erleben, auch in der Wahlbeteiligung widerspiegelt. Das würde erneut unter Beweis stellen, wie sehr die Idee von Olympischen und Paralympischen Spielen die Menschen in Deutschland bewegt.
Roua Al Barkomi: Ein Musterbeispiel für Integration durch Sport
Eine gute halbe Stunde hat sie, unterbrochen lediglich von einigen Fragen, ihr bisheriges Leben ausgebreitet, als Roua Al Barkomi die Sätze sagt, die am meisten nachhallen werden. „Deutschland ist für mich ganz klar Heimat, ich fühle mich hier zu Hause. Ich habe mir hier alles von Null erarbeitet und möchte hierbleiben. Syrien ist nicht mehr der Platz für mich“, sagt die 42-Jährige. Sie sagt es mit einer Gewissheit, die keinen Raum für Zweifel lässt, und Myla Blumenkamp, die den Ausführungen ihrer Kollegin ebenso ergriffen gelauscht hat wie der Fragensteller vom DOSB, kann nicht anders, als ihren Emotionen Ausdruck zu verleihen. „Ich habe am ganzen Körper Gänsehaut. Dafür, dass Menschen wie Roua so etwas sagen können, machen wir unseren Job. Es ist so schön zu hören, dass es für sie so gut funktioniert hat“, sagt Myla, die im Landessportbund Rheinland-Pfalz als Referentin für das Programm „Integration durch Sport“ (IdS) angestellt ist.
Welch herausragende Rolle Sporttreiben im Verein für die Integration von Menschen spielen kann, die aus aller Welt nach Deutschland kommen, ist ein viel zitierter Fakt, wenn es darum geht, die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft zu unterstreichen. Begreifbar wird diese Botschaft immer dann, wenn konkrete Beispiele Geschichten von Menschen erzählen, die diese Integrationskraft erlebt haben. Wobei das im Fall von Roua Al Barkomi zu kurz greift, denn sie hat diese Kraft nicht nur erlebt. Die ehemalige Leistungsturnerin, die syrische Meisterin am Schwebebalken war, ist selbst zur integrativen Kraft geworden; zu einer anerkannten Übungsleiterin, die in mehreren Vereinen und unterschiedlichsten Projekten insbesondere Frauen, die ähnliche Lebensumstände erlebt haben wie sie, ein Vorbild ist.
Die Familie kam 2016 aus Abu Dhabi nach Deutschland
2016 war die in der drittgrößten syrischen Stadt Homs geborene und aufgewachsene Spitzenathletin in Begleitung ihres Ehemanns und ihrer heute 19 und 21 Jahre alten Söhne ins Rheinland gekommen. Allerdings nicht aus ihrem vom Bürgerkrieg zerrütteten Geburtsland, sondern aus Abu Dhabi, wo die Familie 13 Jahre lang gelebt hatte. „Dort habe ich als Sportlehrerin an einer Schule gearbeitet, aber wir haben in Deutschland eine bessere Perspektive gesehen und sind deshalb hier hergekommen“, sagt die studierte Wirtschaftsmanagerin. Sie kamen in ein Land, dessen Kultur und Sprache ihnen vollkommen fremd war. 2017 brachte Roua ihre Tochter zur Welt – drei Jahre später brach das Leben, das sie bis dahin gelebt hatte, zusammen. Ihr Mann ließ sie mit drei Kindern sitzen. „Ich konnte die Sprache nicht, hatte keinen Job und stand plötzlich wieder komplett am Anfang“, erinnert sie sich.
Doch anstatt sich dem Selbstmitleid zu ergeben, ergriff Roua die Initiative. „Ich wollte nicht herumsitzen und trauern, ich wollte etwas schaffen, um meinen Kindern und mir eine gute Perspektive geben zu können“, sagt sie. Und sie wollte keinesfalls von Sozialleistungen abhängig bleiben. Die Putzjobs, die man ihr anfangs im Jobcenter anbot, nahm sie zwar an. „Aber mir war klar, dass das nicht mein Ziel sein konnte! Am liebsten wollte ich im Sport arbeiten, denn Sport ist für mein Leben so wichtig wie Wasser“, sagt sie. Und weil sie dieses Ziel beharrlich verfolgte, kam sie über ein Weiterbildungsprojekt des Jobcenters in Kontakt mit Milan Kocian. Der Referent des IdS-Programms in Rheinland-Pfalz vermittelte sie an die CTG Koblenz, wo sie als Trainerin für eine Leistungsgruppe im Turnen einsteigen konnte. Es war der Startpunkt einer Entwicklung, die mustergültig für das steht, was Integration durch Sport erreichen möchte – und kann.
„Für mich war immer klar: Wenn das Spiel beginnt, sind alle gleich“
Seine Abschiedstour ist längst angepfiffen. Anfang März gab Patrick Ittrich bekannt, seine Karriere als Schiedsrichter im Profifußball zum Ende der laufenden Saison aufgeben zu wollen. „Ich war oft verletzt und habe mich immer wieder herangekämpft. Nun bin ich seit Monaten fit, erfahre eine tolle Resonanz auf meine Spielleitungen – das ist vielleicht der beste Zeitpunkt, um aufzuhören“, sagt der 47-Jährige, der am vergangenen Sonntag das Drittliga-Spitzenspiel zwischen dem VfL Osnabrück und Energie Cottbus leitete. Der meinungsstarke und allseits für seine menschliche Art der Spielleitung geschätzte Hamburger wird dem Fußball fehlen; seinen Blick auf wichtige Themen des Sports und der Gesellschaft wird man aber nicht missen müssen. Einen Monat vor dem Trikottag im DOSB, mit dem wir am 13. Mai zum vierten Mal auf die Kraft des Ehrenamts in Sportvereinen aufmerksam machen, spricht der Polizeioberkommissar über seine Erfahrungen mit dem Schiedsrichterwesen und darüber, was ihn sein Hobby für das Leben gelehrt hat.
DOSB: Patrick, welches Trikot wirst du am 13. Mai tragen?
Patrick Ittrich: Ich habe mich noch nicht entschieden. Als Schiedsrichter muss ich ja stets darauf achten, dass mir niemand die Neutralität abspricht und man mir eine Parteinahme übelnehmen könnte. Aber vielleicht trage ich tatsächlich ein Trikot meines Hamburger Heimatvereins Mümmelmannsberger SV, wenn ich eins finde, das mir noch passt. Meine Jugendtrikots sind leider ein bisschen zu klein geworden.
Als Schiedsrichter tragt ihr ja auch ein Trikot, seid wahrscheinlich sogar das größte Team Deutschlands. Gibt es ein Teamgefühl unter den Schiedsrichtern?
Das gibt es auf jeden Fall. Im Kleinen besteht dieses Team aus dem Schiedsrichter und seinen Assistenten. Natürlich ist es so, dass, je höher man aufsteigt, die anderen Schiedsrichterteams zu Konkurrenten darum werden, wer das attraktivste Spiel des Wochenendes leiten darf. Man kann uns deshalb in der Gesamtheit nicht unbedingt als eine große Mannschaft begreifen. Aber es ist doch so: Wenn ein Schiedsrichter eine falsche Entscheidung trifft, wird es oft auf die Gesamtheit der Schiedsrichter umgebrochen. Deshalb habe ich stets versucht, auf eine gute Kameradschaft untereinander zu achten und die Konkurrenz nicht ausufern zu lassen. Wir Schiedsrichter sitzen alle in einem Boot.
Gilt das nur für den Fußball oder sportartenübergreifend? Gibt es einen Austausch zwischen Schiedsrichtern, aus dem ihr gegenseitig lernen könnt?
Ich habe vor einigen Jahren privat ein solches Netzwerk initiiert, mit eigenem Podcast und anderen Formaten, weil ich großes Potenzial darin sehe, sich sportartenübergreifend auszutauschen. Ich habe von diesem Netzwerk sehr profitiert, denn man kann sehr viel aus den Erfahrungen in anderen Sportarten lernen. Schauen wir nur auf das Thema Videoassistent. Da sind einige andere Sportarten, wie zum Beispiel Hockey, Eishockey oder American Football, viele Jahre weiter. Sie haben allerdings auch unterschiedliche Regelwerke, so dass man die Sportarten nicht eins zu eins miteinander vergleichen kann. Dennoch gibt es einige Aspekte, die auch auf den Fußball übertragbar sind. Ich glaube, wir müssten diesen Austausch noch viel intensiver suchen, da liegen eine Menge Chancen auf der Straße, die wir nur aufzusammeln bräuchten.
Der Trikottag macht auf die Bedeutung des Ehrenamts im Sportverein aufmerksam. Schiedsrichterei wird ja gemeinhin schon von Beginn an vergütet. Warum fühlt es sich auf unteren Ebenen dennoch wie ein Ehrenamt an?
Weil es keine Vergütung, sondern maximal eine Aufwandsentschädigung ist, die man im Amateurbereich erhält, und der ist ja mit Abstand der größte Teil, in dem Schiedsrichter ihr Amt ausüben. Man muss beachten, dass eine Spielleitung immer mit Arbeit und auch finanziellem Aufwand verbunden ist. Es braucht eine Vorbereitung, man muss sich die Ausrüstung selber anschaffen, muss sich fortbilden. Auf jeden Fall sollte allen, die mit der Schiedsrichterei beginnen, klar sein: Es ist ein Ehrenamt, ein Hobby, die allerwenigsten werden es zu ihrem Beruf machen. Und deshalb muss es auch Spaß machen!
Schiedsrichter müssen unparteiisch sein, haben aber natürlich alle einen Heimatverein, möglicherweise auch einen Lieblingsverein. Wie hast du es geschafft, diese Diskrepanz zu überbrücken und die Unparteilichkeit zu deinem Leitmotiv werden zu lassen?
Ich bin überzeugt davon, dass man ein spezieller Typ sein muss, um Schiedsrichter zu werden. Komplette, 100-prozentige Unparteilichkeit ist wirklich unheimlich schwierig zu erlangen. Aber sie ist unser höchstes Gut, ich identifiziere mich damit vollkommen. Je professioneller du pfeifst, desto mehr legst du Parteilichkeit ab. Ich behaupte, dass für mich immer schon klar war: Wenn das Spiel beginnt, sind alle gleich. Ich beurteile ausschließlich auf Basis des Regelwerks und nach bestem Wissen und Gewissen. Parteiisch zu sein, das passte noch nie zu meinem Koordinatensystem, mir war auch bewusst, dass es mir schaden würde. Aber es ist auch ein Lernprozess.
Was hat dich persönlich dazu bewogen, Schiedsrichter zu werden?
Ehrlich gesagt wurde ich damals dazu ermutigt. In unserem Verein gab es, wie in vielen anderen Vereinen auch, zu wenige Schiedsrichter. Unser Obmann hat dann zwei Kumpels und mich angesprochen, ob wir den Lehrgang machen wollen würden. Die beiden anderen haben zugesagt, ich hatte keine Lust. Ein Jahr später, da war ich 15, haben sie mich überredet. Es würde total viel Spaß machen und mir bestimmt gut liegen, haben sie gesagt. Na gut, habe ich gedacht, dann gehe ich halt mal hin. Und was soll ich sagen: Schon in meinem ersten Spiel habe ich gespürt, dass das was für mich sein könnte. Wie der Zufall es wollte, wurde ich sehr schnell von einem Schiedsrichterbeobachter als Talent entdeckt und gefördert. Und dann kam eins zum anderen.
Wenn du dich an deine Anfangszeit erinnerst: Wie schwierig war es damals, Menschen für das Amt zu gewinnen?
Ich kann das nicht mit empirischen Daten belegen. Es gab die Typen wie mich, die ermutigt werden mussten. Aber es gab auch viele, die das gern machen wollten, die sogar Idole unter den Schiedsrichtern hatten, denen sie nacheifern wollten. Über den Daumen gepeilt würde ich sagen, das Verhältnis war 50:50.
Ist es heute schwieriger oder leichter, und warum?
Das ist eine sehr interessante Frage, die ich auch nicht eindeutig beantworten kann. Auf der einen Seite wird es immer schwieriger, weil wir es uns im Fußball oft selbst schwer machen. Die negativen Seiten des Amtes – hoher Druck, Konfrontation mit verbaler und körperlicher Gewalt, Umgang mit Fehlern – werden oft zusätzlich in ein schlechtes Licht gerückt, was es schwierig macht, junge Menschen davon zu überzeugen, dass es ein tolles Amt ist. Auf der anderen Seite haben wir in den vergangenen Jahren über einige wichtige Projekte die Nachwuchsgewinnung ankurbeln können, wir sind aktuell bei rund 60.000 Schiedsrichtern in Deutschland, und diese Zahl bezieht sich nur auf den Fußball! Das ist eine enorme Zahl, und ich finde, dass wir mit unserer Art, uns und unser Amt zu präsentieren, sehr viel beeinflussen können.
Trikottag
Was ist der Trikottag?
Der Trikottag ist der nationale Feiertag für den Vereinssport in Deutschland. Er ist eine Aktion des DOSB und seiner Mitgliedsorganisationen. Beim Trikottag geht es darum, Sichtbarkeit für die Sportvereine zu schaffen und für das, was sie tagtäglich für die Menschen und für unsere Gesellschaft leisten. Sport im Verein trägt zur Gesundheit der Menschen bei, er verbindet, ist Motor für Integration und Inklusion und einer der ganz wenigen Orte, an denen Menschen noch zusammenkommen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung oder anderer Merkmale.
Jede Woche beteiligen und engagieren sich Millionen von Menschen in den 86.000 Sportvereinen in Deutschland. Dieses Engagement und diese Vielfalt wollen wir gemeinsam einen Tag lang auch im Alltag zeigen und sichtbar machen.
Fahrradfahren für mehr Unabhängigkeit
Das ehrenamtliche und freiwillige Engagement bildet das Fundament des Vereinssports in Deutschland. Ohne die Millionen Engagierten wären die vielfältigen Angebote im Freizeit-, Gesundheits- und Wettkampfsport nicht denkbar. Mit unserem Format „Engagement der Woche“ stellen wir regelmäßig Menschen und Vereine vor, die diese tragende Säule des Sports sichtbar machen und dafür von den Sternen des Sports ausgezeichnet wurden. In dieser Woche präsentieren wir den Verein „Move and Meet“ aus Münster.
Selbständigkeit, Flexibilität und Teilhabe
„Viele Frauen, die zu uns kommen, hatten bisher keine Möglichkeit, Fahrradfahren zu lernen. Dabei bedeutet es für die meisten im Alltag: Selbstständigkeit, Flexibilität und Teilhabe.“ So beschreibt Laura Verweyen die Bedeutung des Projekts „Bike and Meet“ des Münsteraner Vereins Move and Meet e.V..
Für viele Menschen ist Fahrradfahren selbstverständlich. Für andere hingegen ist es ein unerfüllter Wunsch oft verbunden mit Angst vor Stürzen und dem Straßenverkehr, fehlenden Möglichkeiten oder strukturellen Hürden. Genau hier setzt das Angebot des Sport- und Bildungsvereins an: Gemeinsam mit anderen Frauen in einem geschützten Raum lernen, sich auf dem Fahrrad sicher zu bewegen.
Ein eigenes Fahrrad ist für eine Kursteilnahme nicht nötig. Fahrräder und Helme stehen für die Kurse bereit und geschulten Trainerinnen begleiten die Teilnehmerinnen vom Gleichgewichtstraining bis zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr. „Einige Frauen haben schon erste Erfahrungen mit dem Rad gemacht, sind aber durch Stürze oder lange Pausen verunsichert“, erklärt Verweyen. „Als Kurseinstieg beginnen wir deshalb mit Gleichgewichtstraining, dann geht es an das Bremsen, Anfahren, Kurvenfahren und den Schulterblick. Später kommt die Straßenverkehrsordnung dazu. Am Ende der 8 bis 10-wöchigen Kurse bieten wir auch noch Reparaturworkshops an.“
Sport und Bewegung: Unverzichtbare Säulen der Gesundheit
In einer Zeit, in der Bewegungsmangel zunehmend zu gesundheitlichen Problemen führt, unterstreicht der DOSB die wichtige Rolle regelmäßiger körperlicher Aktivität als Grundlage für ein gesundes und aktives Leben. Der organisierte Sport bietet mit seinen breiten- und gesundheitssportlichen Angeboten in seinen rund 86.000 Vereinen weit mehr als Freizeitbeschäftigungen – sie sind essenziell für körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden.
Bewegung als Schlüssel zur Prävention
Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt das Herz-Kreislauf-System, verbessert die Muskulatur und fördert die Beweglichkeit. Gleichzeitig reduziert sie das Risiko für zahlreiche Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 oder Rückenbeschwerden. Auch auf die Psyche hat Bewegung eine nachweislich positive Wirkung: Stress wird abgebaut, die Stimmung verbessert sich, und das allgemeine Wohlbefinden steigt. Gerade in einer zunehmend sitzenden Gesellschaft wird es immer wichtiger, gezielt für Ausgleich zu sorgen. Schon moderate Bewegung – wie zügiges Gehen, Radfahren oder gezielte Gymnastik – kann einen großen Unterschied machen.
Qualitätsgeprüfte Angebote
Insbesondere Kurse, die mit dem Siegel SPORT PRO GESUNDHEIT ausgezeichnet sind, bringen Transparenz und Verlässlichkeit für die Teilnehmenden. Dieses Qualitätssiegel steht für geprüfte Präventionsangebote, die gezielt auf die nachhaltige Förderung der Gesundheit ausgerichtet sind. Kurse mit diesem Siegel zeichnen sich durch mehrere wichtige Merkmale aus:
- Wissenschaftlich fundierte Inhalte: Die Programme basieren auf aktuellen sportwissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnissen.
- Qualifizierte Kursleitungen: Die Übungsleitungen verfügen über spezielle Ausbildungen im Gesundheitssport.
- Zielgerichtete Prävention: Die Kurse sind darauf ausgelegt, gesundheitliche Ressourcen zu stärken.
- Individuelle Anpassung: Teilnehmende werden entsprechend ihrer persönlichen Voraussetzungen zielgruppenspezifisch betreut.
Fair Play Preise des Deutschen Sports 2025 an Tabea Frohn und Julian Köster
Stifter des jährlich vergebenen Fair Play Preises des Deutschen Sports sind der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS). Sie ehren Personen und Initiativen, die Respekt, Freundschaft oder Solidarität auf und neben dem Platz vorleben – und sich durch ihr Engagement für eine inklusive Sportkultur auszeichnen.
Tabea Frohn: Eine faire und menschliche Geste
Die Breitensportlerin ordnete ihren Erfolg während eines Triathlons unter, um einer kollabierten Freundin zu helfen – und kam als eine der Letzten ins Ziel.
„Diese Geste ist gleichermaßen fair und menschlich. Sie erinnert uns auch an den letztjährigen Hauptpreisträger Noah Steinert, der bei einem Grundschulwettbewerb einem verletzten Freund zur Seite stand“, sagt Prof. Dr. Manfred Lämmer, Vorsitzender der Jury und Vorstandsmitglied der Deutschen Olympischen Akademie (DOA). „Dass – wie sich im Nachhinein herausstellte – die betroffene Athletin im Wettkampf einen Herzinfarkt erlitt, macht das Handeln von Tabea Frohn umso wertvoller.“
FAQ SPORT PRO GESUNDHEIT - das Qualitätssiegel für den Gesundheitssport
1. Was ist das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT?
SPORT PRO GESUNDHEIT ist ein Qualitätssiegel für gesundheitsorientierte Angebote in Sportvereinen für Menschen, die in den Sport (wieder-)einsteigen wollen. Es wurde vom Deutschen Olympischen Sportbund gemeinsam mit der Bundesärztekammer entwickelt, ist im Jahr 2000 ins Leben gerufen worden und zeichnet Kurse aus, die festgelegte Qualitätsstandards erfüllen.
2. Welche Ziele verfolgen die ausgezeichneten Kurse?
Die Kurse zielen darauf ab, Bewegungsmangel vorzubeugen und gesundheitliche Ressourcen zu stärken.
3. Warum lohnt sich die Teilnahme?
Neben der Verbesserung der körperlichen Fitness profitieren Teilnehmende auch mental: mehr Energie, gesteigertes Wohlbefinden und ein bewussterer Umgang mit der eigenen Gesundheit sind häufige Ergebnisse.
4. Wer kann an den Kursen teilnehmen?
Die Angebote richten sich an unterschiedliche Zielgruppen – an (Wieder-) und Neueinsteiger*innen jeden Alters, die einen sanften und sicheren Einstieg in die Aufnahme von Bewegungsangeboten suchen. Dabei werden persönliche Voraussetzungen wie Alter (Kinder, Erwachsene, ältere Menschen), Fitnesslevel und Lebenssituation berücksichtigt.
5. Was zeichnet die Kurse besonders aus?
Kurse mit dem Siegel erfüllen verbindliche Qualitätskriterien:
- Qualifizierte Übungsleitungen mit spezieller Ausbildung für den Gesundheitssport
- Zielgruppengerechte Inhalte und Belastungssteuerung
- Regelmäßige Qualitätssicherung
- Kleine Gruppen mit begrenzter Teilnehmendenzahl (max. 15 Personen)
- Die Angebote finden in der Regel einmal pro Woche statt mit einem festen Kurskonzept von 8 bis 12 Einheiten à 60 bis 90.
- Die Gruppengröße ist begrenzt (max. 15 Teilnehmende), um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten.
- Sie sind auf Nachhaltigkeit und langfristige Gesundheitswirkung ausgelegt. Es gibt weiterführende Unterlagen für die Teilnehmenden, die sie unterstützen langfristig mehr Bewegung in ihren Alltag zu integrieren und Hintergründe zu den Effekten von Sport und Bewegung auf die Gesundheit zu verstehen.
6. Wie sind die Kurse organisiert?
- Die Angebote finden in der Regel einmal pro Woche statt mit einem festen Kurskonzept von 8 bis 12 Einheiten à 60 bis 90.
- Die Gruppengröße ist begrenzt (max. 15 Teilnehmende), um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten.
- Sie sind auf Nachhaltigkeit und langfristige Gesundheitswirkung ausgelegt. Es gibt weiterführende Unterlagen für die Teilnehmenden, die sie unterstützen langfristig mehr Bewegung in ihren Alltag zu integrieren und Hintergründe zu den Effekten von Sport und Bewegung auf die Gesundheit zu verstehen.
7. Welche Inhalte werden vermittelt?
Die Kurse decken verschiedene Bereiche der Gesundheitsförderung ab, darunter:
- Herz-Kreislauf-Training
- Kräftigung des Muskel-Skelettsystems
- Entspannung und Stressbewältigung
- allgemeiner Präventionssport
8. Was für Kursangebote gibt es?
Kurse, die mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet sind, gibt es für unterschiedlichste Interessen und Vorlieben. Kräftigungstraining, Ausdauerkurse, , Nordic-Walking, Yoga, Walking-Football, Aqua-Jogging, Tischtennis und präventives Bergwandern sind nur ein paar Beispiele in der Angebotspalette.
9. Wie wird die Qualität sichergestellt?
Alle zertifizierten Angebote basieren auf standardisierten Konzepten mit einem klar festgelegten Ablauf - die Grundstruktur und Inhalte sind dementsprechend festgelegt. Diese Konzepte wurden im Vorfeld wissenschaftlich geprüft und erfüllen anerkannte Qualitätskriterien. Viele davon sind zusätzlich von den Krankenkassen begutachtet und zertifiziert. Dadurch wird ein einheitlicher Qualitätsstandard der Kurse sichergestellt. Ergänzend dazu sind die Kursleitungen verpflichtet, regelmäßig an Fortbildungen teilzunehmen, um dieses hohe Niveau dauerhaft zu gewährleisten.
10. Gibt es eine gesundheitliche Betreuung?
Vor Kursbeginn können Teilnehmende mit Hilfe eines Fragebogens eine gesundheitliche Selbsteinschätzung vornehmen. Personen über 35 Jahren wird zusätzlich eine ärztliche Vorsorgeuntersuchung empfohlen.
11. Werden die Kurse von Ärzt*innen unterstützt?
Ja, Ärzt*innen und Ärzte können im Rahmen des sogenannten „Rezeptes für Bewegung“ gezielt die Teilnahme an entsprechenden Kursen empfehlen. Zahlreiche Ärzteverbände unterstützen das “Rezept für Bewegung” und somit die SPORT PRO GESUNDHEIT Kurse aktiv.
12. Werden die Kurse von Krankenkassen bezuschusst?
Viele der Kurse können von gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst werden. Die Voraussetzung ist in der Regel eine regelmäßige Teilnahme. Es ist empfehlenswert, sich vorab bei der Krankenkasse zu erkundigen.
13. Wie finde ich ein passendes Angebot?
SPORT PRO GESUNDHEIT ist bundesweit verbreitet: Tausende Kurse in zahlreichen Sportvereinen ermöglichen es, wohnortnah ein passendes Angebot zu finden. Über die Bewegungslandkarte können die Präventionsangebote (gezielt auch mit Krankenkassenbezuschussung) gefiltert angezeigt werden.
14. Ich bin ein Sportverein, wie kann ich das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNHDEIT beantragen?
Das Siegel erhalten Vereine, die alle sechs Qualitätskriterien erfüllen. Alle Informationen rund um das Qualitätssiegel und die Qualitätskriterien sind auf der Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT zu finden. Dort kann der Verein sich registrieren und nach der Rückmeldung durch den Verband einen oder mehrere Kurse zur Zertifizierung beantragen.
„Sportvereine leisten einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitsförderung.“
DOSB: Der Weltgesundheitstag lenkt den Blick auf Prävention und Lebensqualität. Welche Rolle spielt Bewegung aus Ihrer Sicht für die Gesundheit?
Ralf Gottfried: Bewegung ist aus meiner Sicht eine zentrale Grundlage für Lebensqualität in allen Lebensphasen. Sie wirkt präventiv, stärkt sowohl körperliche als auch mentale Gesundheit und schafft einen wichtigen Ausgleich im Alltag. Gerade in einer zunehmend bewegungsarmen Gesellschaft wird Bewegung zu einer bewussten Entscheidung für die eigene Gesundheit. Entscheidend ist dabei, dass Bewegung individuell angepasst werden kann. Vom Kindesalter bis ins hohe Alter bietet sie die Möglichkeit, Menschen genau dort abzuholen, wo sie stehen. Diese Flexibilität macht Bewegung zu einem der wirkungsvollsten Instrumente für nachhaltige Gesundheitsförderung.
Sie engagieren sich seit vielen Jahren im Gesundheitssport, unter anderem als DOSB‑lizenzierter Trainer, im Steuerkreis „Bewegung mit Herz“ und als Demenz‑Partner. Was treibt Sie persönlich an, sich so intensiv für Bewegung und Gesundheit einzusetzen?
Mein Antrieb ist stark durch meine eigenen Erfahrungen im Sport geprägt. Vor der Gründung von movePROsport e.V. war ich im Leistungssport als Trainer tätig. In diesem Umfeld wurde Leistung sehr gezielt entwickelt, das Thema Prävention hingegen häufig nicht systematisch in den Trainingsalltag integriert. Oft wurde Prävention den Athleten selbst überlassen, beispielsweise durch individuelle Maßnahmen oder lockere Laufeinheiten. Für mich war das weder nachhaltig noch zielgerichtet. Ich habe früh erkannt, dass Prävention genauso strukturiert, professionell und verbindlich umgesetzt werden muss wie leistungsorientiertes Training. Mit movePROsport e.V. haben wir genau hier angesetzt und eine Struktur geschaffen, in der Prävention im Mittelpunkt steht. Unser Ziel ist es, Menschen aktiv dabei zu unterstützen, langfristig gesund, leistungsfähig und motiviert zu bleiben.
Strahlemann und Stinkefinger – wie Leon Ulbricht zum Gesamtweltcupsieger wurde
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es in der weiten Welt der Sprichwörter. Wer über WhatsApp mit Leon Ulbricht kommuniziert, sieht in dessen Account ein Profilbild. Es zeigt einen blonden Jungen, der frech in die Kamera strahlt und dabei beide Mittelfinger in die Höhe streckt. Aufgenommen wurde es vor ungefähr zwölf Jahren im Familienurlaub von seinen Eltern. Und auch wenn dem damals Achtjährigen die Symbolik dieses Fotos selbstverständlich nicht bewusst sein konnte, drückt es heute ziemlich exakt das aus, was den 21-Jährigen zum Gesamtweltcupsieger im Snowboardcross gemacht hat: Leon Ulbricht ist ein zugänglicher, fröhlicher Mensch, der am liebsten Spaß bei allem hat, was er tut. Aber er macht die Dinge auf seine Weise und lässt sich von anderen nicht beirren. Strahlemann und Stinkefinger, das ist die Erfolgsmischung. Und weil der Topathlet vom SC Rötteln ein Mensch ist, der reflektiert auf sein eigenes Tun schaut, ist es umso spannender, mit ihm einen Rückblick auf seine aufregende Saison zu werfen.
Am Mittwochmorgen, als er zur verabredeten Zeit den Anruf entgegennimmt, ist Leon Ulbricht noch immer etwas „verjetlagt“. Das Saisonfinale fand in Mont-Sainte-Anne statt, im kanadischen Bundesstaat Québec, erst am Montagmorgen war die Mannschaft wieder in München gelandet. Das für Dienstagvormittag geplante Telefonat mit dem DOSB hatte Leon abgesagt, weil er wegen des Neuschnees in den Alpen spontan zum Boarden wollte. „Ich hatte einfach Bock drauf, auch wenn das aus der Perspektive der Regeneration vielleicht nicht sinnvoll war. Aber die Saison ist ja nun vorbei und ich kann solche Sachen machen“, sagt er. Und ist damit schon mittendrin in der Analyse, denn es scheint genau dieses Lustprinzip zu sein, das dem Sportsoldaten die notwendige Lockerheit verleiht, um auch nach schweren Rückschlägen nicht die Freude an seinem Sport zu verlieren.
Einen solchen schweren Rückschlag hatte Leon im Februar zu verkraften. Bei den Olympischen Spielen in Italien hatte er sich durchaus Medaillenchancen ausgerechnet. Die Trainingsform stimmte, in der Qualifikation für das Rennen in Livigno fuhr er die drittbeste Zeit und hinterließ mit seinem herausragenden Startverhalten und der dominanten Rennführung bei allen Beobachtenden den Eindruck, dass der Weg zum Gold nur über ihn führen könnte. Dann jedoch kam das Viertelfinale, in dem neben dem Italiener Lorenzo Sommariva und dem US-Amerikaner Nick Baumgartner auch Team-D-Kollege Martin Nörl (32/DJK-SV Adlkofen) zum Viererfeld zählte. In einer Linkskurve kollidierten Nörl und Baumgartner leicht, der Deutsche rutschte über die Piste und räumte dabei seinen jungen Teampartner ab. Aus der Traum von einer Medaille, die greifbar schien. Leon brauchte im Livigno Snow Park viel Zeit, um den Frust zumindest derart in den Griff zu bekommen, dass er sich den Medien stellen konnte.
Sein Motto: Spaß haben, dann kommen Titel von selbst
Vollkommen verarbeitet hat er das Geschehene auch gut sechs Wochen später noch nicht. „Es beschäftigt mich noch immer, ich habe oft darüber nachgedacht, ob ich irgendetwas hätte anders machen können“, sagt er. Während der gesamten Saison 2025/26 habe er keine ähnliche Situation geschweige denn einen Sturz erlebt, „es war mein zweitschlechtestes Resultat dieses Winters. Dass das ausgerechnet bei Olympia passiert, ist natürlich bitter“, sagt er. Wahrscheinlich seien es diese zwei, drei Prozent mehr Anspannung, die im Feld spürbar seien, die dazu führten, in engen Situationen doch mehr Risiko zu nehmen, als man es im Weltcup tun würde. „Und dann passieren solche Sachen, für die ich auch im Nachhinein niemandem die gesamte Schuld gebe.“
Umso interessanter war die Reaktion, die Leon Ulbricht auf das olympische Desaster zeigte. Er gewann das erste Weltcuprennen nach den Spielen, fuhr zwei weitere Male aufs Podium und reiste als Führender der Gesamtwertung zum Abschlusswettbewerb nach Kanada, mit einem Punkt Vorsprung auf den Franzosen Aidan Chollet (21), mit dem ihn eine enge Freundschaft verbindet, und 42 Zähler vor dem Australier Adam Lambert (28). Zu irgendwelchen Rechenspielen habe er sich deshalb aber nicht verleiten lassen, sagt er: „Mir geht es immer darum, Rennen zu gewinnen. Ich war auch nicht aufgeregter als sonst, sondern habe mir einfach gedacht: Zieh dein Ding durch und schau, was am Ende dabei herauskommt!“
Diese Taktik ist es, die sein sportliches Leben bestimmt, er beschreibt sie auch auf seiner Homepage. „Mein Traum ist es, mich an die Weltspitze im Snowboardcross zu setzen und dort einfach Spaß zu haben. Dabei spielen für mich irgendwelche großen Titel eher eine nebensächliche Rolle, das kommt dann schon von selbst“, steht dort zu lesen. Den Beweis dafür lieferte er in Kanada. Chollet schied im Viertelfinale aus. Lambert gewann zwar das Große Finale, aber weil Leon direkt auf Rang zwei folgte, reichte der Sieg dem Australier nicht zur Aufholjagd. Den ersten großen Titel hat er eingefahren, den Weg in die Weltspitze ist er gegangen – und Spaß hat es auch gemacht, und das nicht zu knapp. „Ich denke, dass wir sagen können, dass unser Plan ganz gut aufgegangen ist“, sagt er.
Sport als Motor für Entwicklung und Frieden
Der Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden erinnert jedes Jahr am 6. April an die besondere Rolle des Sports für eine gerechtere und friedlichere Welt. Das Datum verweist auf die Eröffnung der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen und steht sinnbildlich für die Werte der Olympischen Idee: Respekt, Solidarität und internationale Verständigung.
Sport ist als wirkungsvolles Instrument zur Umsetzung der Agenda 2030 und der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) international anerkannt. Bildung, Gesundheit, Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe lassen sich durch Sport nachhaltig fördern. Seit der Partnerschaft zwischen den Vereinten Nationen und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wird dieser Ansatz weltweit gestärkt.
Ein besonderes Zeichen setzt die Olympische Bewegung mit den Youth Olympic Games Dakar 2026, die erstmals auf dem afrikanischen Kontinent stattfinden. Unter dem Motto „Africa welcomes – Dakar celebrates“ rücken die Spiele junge Menschen, Wertevermittlung und nachhaltige Sportentwicklung in den Mittelpunkt und unterstreichen die Bedeutung Afrikas für die Zukunft des Sports.
„Der Sport hat im Grunde seine eigene Sprache – und baut damit Hürden ab.“
Mit unserer IdS-Interviewreihe geben wir 2026 den Menschen eine Stimme, die „Integration durch Sport“ täglich mit Leben füllen - und zeigen, warum das Bundesprogramm für den organisierten Sport und unsere Gesellschaft unverzichtbar ist. Teil 5 mit Daniel Dwars, Referatsleiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
DOSB: Welche Rolle spielt das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ aus Sicht des BAMF in der Integrationslandschaft?
Daniel Dwars: Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ spielt eine ganz wesentliche Rolle in der Integrationslandschaft und in der Integrationsförderung des Bundes. Es kann auf bald auf vier Jahrzehnte Erfahrungen und Erfolge zurückblicken. Es hat sich über Jahre hin bewährt, weiterentwickelt und ist auch Krisen begegnet. Ein so langfristig gewachsenes und zugleich anpassungsfähiges Förderprogramm, dass so viele Menschen über die Jahre erreicht hat, ist für die Integrationsarbeit in Deutschland von zentraler Bedeutung.
Warum ist Sport ein besonders wirksames Feld für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt?
Der Sport verbindet Menschen. Er ist leicht zugänglich und schafft aktive soziale Teilhabe. Hemmnisse wie fehlende Sprachkenntnisse treten dabei oft in den Hintergrund, weil Kommunikation im Sport stark über Bewegung, gemeinsames Handeln und nonverbale Verständigung funktioniert. Damit hat der Sport im Grunde seine eigene Sprache, die von Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft beherrscht werden kann. Diese Möglichkeit des Austauschs über den Sport baut Hürden ab, schafft echte Begegnungsräume. Das stärkt die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte, aber gleichzeitig auch die interkulturelle Öffnung der Verbände und Sportvereine.







