Neuigkeiten von Sportdeutschland
„Das sind Chancen, die eine Gesellschaft nutzen sollte“
DOSB: Esther, du hast als Sportjournalistin schon viele große Sportmomente erlebt. Gibt es einen Sportmoment, der dich bis heute besonders bewegt oder geprägt hat?
Esther Sedlaczek: Für mich gibt es gar nicht den einen Moment. Es ist vielmehr eine besondere Atmosphäre, die ich bis heute in Erinnerung behalten habe: die der European Championships 2022. Dieses Event war eine Premiere für mich, da es mein erstes Multisportevent als Moderatorin war. Und das noch in München, im eigenen Land, in meiner Heimat.
Am kommenden Samstag führst du durch die Sendung, in der bekannt wird, mit welcher Region Deutschland ins internationale Rennen um die Olympischen und Paralympischen Spiele geht. Wie bereitest du dich auf einen solchen Tag vor und worauf freust du dich am meisten?
Es stehen noch zwei Bewerberstädte bzw. -regionen zur Wahl. Als Moderatorin setze ich mich selbstverständlich mit den einzelnen Regionen auseinander. Dazu gehören ihre Konzepte und auch die Stimmung, die vor Ort herrscht. Ich persönlich lebe in München, da erlebe ich natürlich auch wahnsinnig viel mit. Dennoch wird es auch für mich ein spannender Moment am Samstag. Die Chance, Olympische und Paralympische Spiele hier in Deutschland selbst mitzuerleben, ist auch für mich etwas ganz Besonderes. Insofern wird es für mich so oder so nicht nur ein reiner Moderationsjob sein, sondern auch ein Ereignis, das mich emotional mitnimmt. Ich hätte wahnsinnig Freude daran, die Spiele hier zu erleben – egal in welcher Region, Hauptsache hier in Deutschland.
Olympiabewerbung: Wie läuft die Auswahl des deutschen Kandidaten?
Was steht an?
Am Samstag, dem 26. September, entscheidet sich im Kurhaus Baden-Baden, welcher deutsche Bewerber ins internationale Rennen um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 beim IOC gehen wird. Die außerordentliche Mitgliederversammlung (AOMV) des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beginnt um 9 Uhr.
Bereits am Vortag finden diverse Sitzungen zur Vorbereitung statt. So tagt von 11 bis 14 Uhr das DOSB-Präsidium. Von 15 bis 16 Uhr finden die Vollversammlungen der olympischen und nicht-olympischen Fachverbände statt, von 16.30 bis 18 Uhr treffen sich die Spitzenverbände zur Konferenz. Und auch die Athletinnen und Athleten kommen zwischen 15 und 18 Uhr zu einer hybriden Vollversammlung zusammen.
Warum findet die AOMV in Baden-Baden statt?
Auf der 19. Mitgliederversammlung des DOSB am 3. Dezember 2022 in Baden-Baden wurde mit einem einstimmigen Beschluss der Grundstein für den mehrstufigen Strategieprozess zu einer möglichen Bewerbung um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele gelegt. Am kommenden Samstag kehrt der DOSB damit an den Ausgangspunkt dieses Prozesses zurück: In Baden-Baden entscheidet die außerordentliche Mitgliederversammlung über den nationalen Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044.
Wie kann ich die Veranstaltung verfolgen?
Die AOMV gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil beginnt um 9 Uhr und enthält auch den Teil der Abstimmung. Die Tagesordnung ist hier einzusehen. Der erste Teil kann hier im Livestream des DOSB verfolgt werden.
Wo kann ich die Bekanntgabe des nationalen Bewerbers verfolgen?
Die Verkündung des nationalen Bewerbers um Olympische und Paralympische Spiele erfolgt im zweiten Teil der AOMV in einer Sportschau-Sondersendung live in der ARD. Die Sendung läuft von 13.45 bis 14.45 Uhr live in der ARD sowie in einigen dritten Programmen und im Live-Stream in der ARD-Mediathek. Die Sendung moderiert Esther Sedlaczek.
Welche Konzepte stehen zur Wahl?
Die stimmberechtigten Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB haben am kommenden Samstag die Wahl zwischen drei Konzepten für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044: Berlin+, KölnRheinRuhr und München.
Auf welcher Grundlage wird abgestimmt?
Für die Vorbereitung der Wahl auf der AOMV wurde in Abstimmung mit den olympischen Spitzenverbänden und dem Bund eine Bewertungsmechanik entwickelt, deren inhaltlicher sowie zeitlicher Aufbau auf der DOSB-Mitgliederversammlung 2025 mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Anhand dieser Mechanik konnten die Konzepte in den jeweiligen Kategorien nachvollziehbar überprüft bzw. bepunktet werden. Die Evaluierung kommt zu dem folgenden Ergebnis: München (87,03 Punkte) und KölnRheinRuhr (85,02) erhielten die Wertung „sehr gut“, Berlin+ (74,64) wurde als „gut“ eingestuft. Eine Evaluierungskommission, bestehend aus sechs stimmberechtigten Personen und drei Beisitzenden ohne Stimmrecht, deren genaue Zusammensetzung hier zu finden ist, hatte den Bewertungsprozess überprüft und am Dienstag (22. September) nach ihrer letzten Sitzung bestätigt. Für die stimmberechtigten Delegierten wurde somit eine sachgerechte Entscheidungsgrundlage geschaffen. Eine Wahlempfehlung, die möglich, aber nicht bindend gewesen wäre, hat die Kommission nicht ausgesprochen.
Wer nimmt teil?
Zur AOMV wurden alle Mitglieder der DOSB-Mitgliederversammlung gemäß Satzung eingeladen. Dazu gehören u. a. die Vertreter*innen der 103 DOSB-Mitgliedsorganisationen. Die Anzahl der entsendbaren Delegierten richtet sich nach den jeweiligen Stimmrechten der Organisationen gemäß DOSB-Satzung. Unter den Gästen befinden sich auch einige prominente Persönlichkeiten aus Sport und Politik. So wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr des DOSB die Veranstaltung begleiten und ein Grußwort halten sowie an der Verkündung des nationalen Bewerbers teilnehmen. Aus dem Sport vertreten sein werden unter anderem Boris Becker, Michael Groß, Isabell Werth, Alexandra Burghardt, Matthias Steiner, Svenja Brunckhorst, Niko Kappel und viele mehr.
Wer darf abstimmen?
Stimmberechtigt sind gemäß § 16 der DOSB-Satzung die 42 olympischen Spitzenverbände mit jeweils drei Stimmen. Hinzu kommen mit je einer Stimme die zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums, die beiden deutschen IOC-Mitglieder Kim Bui und Michael Mronz eingeschlossen, sowie acht persönliche Mitglieder, die zuvor Aktive des Team-D waren. Drei von ihnen - Elena Gilles, Leon Goretzka und Anna Schaffelhuber - haben aus persönlichen Gründen absagen müssen. Daraus ergibt sich nach §16 eine Gesamtstimmenzahl von 141 Stimmen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.
Wie viele Stimmen sind zum Erfolg notwendig?
Um als nationaler Bewerber gewählt zu werden, ist eine absolute Mehrheit notwendig. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen muss auf einen Bewerber entfallen. Außerdem gilt: Die Stimmen eines Verbandes müssen geschlossen abgegeben werden. Eine Aufteilung der Stimmen eines Verbandes ist nicht zulässig.
Wie geht es mit der Olympiabewerbung weiter?
Der aktuelle Bewerbungsprozess ist eine nationale Aufgabe. Es geht dabei nicht nur um die Frage „Wo?“, sondern vor allem darum, wie wir Deutschland vor, während und nach den Spielen fit für die Zukunft machen können. Die Spiele sind die Bewegung, die Deutschland jetzt braucht. Am 26. September entscheidet sich, welcher Kandidat für unser Land ins Rennen geht. Im Anschluss wird es darum gehen, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen. Aufgabe des DOSB wird es sein, dafür zu sorgen, dass die Legacy der Bewerbung im gesamten Land wirkt und das aktuelle Momentum erhalten bleibt. Die Begeisterung für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele soll dabei über den gesamten weiteren Prozess hinweg spürbar bleiben.
Mit dem IOC befindet sich der DOSB seit November 2025 im Continuous Dialogue. Auf den Continuous Dialogue folgt der Strategic Dialogue. Diese strategische Dialogphase soll im Rahmen der Vergabe der Spiele 2036 erstmals im März 2027 beginnen und den Austausch zwischen dem IOC und interessierten Bewerbern weiter vertiefen, auch um eine möglichst hohe Passfähigkeit mit den IOC-Zielen zu schaffen. Ende 2028 soll dann der Targeted Dialogue mit einem oder mehreren Bewerbern eröffnet werden. Die Entscheidung über den Ausrichter für 2036 soll im Sommer 2029 fallen.
#ThanksCoachDay: Acht Gründe, warum Trainer*innen unverzichtbar sind
Mehr als acht Millionen Menschen engagieren sich im organisierten Sport in Deutschland. Viele von ihnen übernehmen Verantwortung als Trainer*innen und Übungsleiter*innen. Rund 560.000 verfügen über eine gültige DOSB-Lizenz. Sie sorgen dafür, dass Sportangebote stattfinden, begleiten Menschen auf ihrem sportlichen Weg und leisten einen wichtigen Beitrag für Zusammenhalt, Bildung und Gesundheit in unserer Gesellschaft.
Trainer*innen waren schon immer mehr als reine Coaches. Sie motivieren, vermitteln Werte, fördern Talente und schaffen Gemeinschaft. Ohne sie wäre Sportdeutschland nicht denkbar.
Acht Gründe, warum Trainer*innen unverzichtbar sind
1. Sie machen Sport überhaupt erst möglich.
Trainer*innen und Übungsleiter*innen sind die Schlüsselpersonen im Vereinssport. Sie organisieren und gestalten Angebote für Millionen Menschen und begleiten Sportler*innen vom ersten Training bis in den Spitzensport.
2. Sie entdecken und fördern Talente.
Ob erste Bewegungserfahrungen oder internationale Erfolge: Der Grundstein für sportliche Entwicklung wird häufig von engagierten Trainer*innen gelegt.
3. Sie sind Vorbilder und Wegbegleiter.
Trainer*innen stärken Selbstvertrauen, vermitteln Orientierung und unterstützen die persönliche Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
4. Sie vermitteln Werte, die unsere Gesellschaft stärken.
Fair Play, Respekt, Verantwortung und Teamgeist werden im Sport erlebbar. Trainer*innen tragen diese Werte jeden Tag in die Vereine und darüber hinaus.
5. Sie leisten Bildungsarbeit.
Sportvereine sind wichtige Lernorte. Trainer*innen vermitteln Wissen, fördern soziale Kompetenzen und begleiten lebenslange Lernprozesse.
6. Sie fördern Gesundheit und Bewegung.
Mit ihrer fachlichen Kompetenz schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Menschen sicher, gesund und mit Freude Sport treiben können.
7. Sie tragen das Vereinsleben.
Trainer*innen sind das Rückgrat der Sportvereine. Ohne ihr Engagement könnten viele Angebote nicht stattfinden und zahlreiche Vereine ihre wichtige gesellschaftliche Rolle nicht erfüllen.
8. Sie gestalten die Zukunft des Sports.
Wer Trainer*innen stärkt, investiert in den Nachwuchs, den Breiten- und Spitzensport sowie in den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland.
Deshalb sagen wir am #ThanksCoachDay: Danke an alle Trainer*innen und Übungsleiter*innen für euren Einsatz, eure Zeit und eure Leidenschaft. Ihr bewegt Menschen und macht Sportdeutschland jeden Tag ein Stück stärker.
Berlin zieht Bewerbung um Ausrichtung der Spiele zurück
Die Entscheidung fiel zwar bereits am Mittwochnachmittag in einem Gespräch zwischen dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und dem Olympiabeauftragten Kaweh Niroomand. Am Donnerstagmorgen aber gab es dann offiziell Gewissheit: Berlin wird seine Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele im Zeitraum 2036 bis 2044 zurückziehen. „Es ist ein trauriger Tag für Berlin, denn die Spiele wären eine Riesenchance für die Stadt und Ostdeutschland gewesen“, sagte Wegner auf einer Pressekonferenz.
Zur Begründung des Rückzugs sagte Niroomand, dass nicht die am Dienstag veröffentlichte Bepunktung in der Bewertungsmatrix, in der Berlin mit 74,64 Punkten hinter den Konkurrenten aus München (87,03) und KölnRheinRuhr (85,02) eingestuft worden war, den Ausschlag gegeben hat. „Wir haben nicht die politische Stabilität nachweisen können, die die Verbände sich von uns erwartet haben“, sagte er und kritisierte, dass Elif Eralp, stellv. Vorsitzende der Partei “Die Linke” in Berlin, die am vergangenen Sonntag die Wahl zum Abgeordnetenhaus als Spitzenkandidatin ihrer Partei gewonnen hatte, die Bewerbung „vom Tisch gewischt hat, ohne das Gespräch zu suchen, und ohne Respekt vor all denjenigen, die sich seit mehr als einem Jahr für unser Konzept engagiert haben.“
Nach Berlins Rückzug stehen den wahlberechtigten Delegierten auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB an diesem Samstag im Kurhaus Baden-Baden noch die Konzepte Münchens und von KölnRheinRuhr zur Auswahl. Die 42 olympischen Fachverbände mit jeweils drei Stimmen, die zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums und acht Persönliche Mitglieder des DOSB stimmen über den deutschen Kandidaten für die Bewerbung um die Ausrichtung der Spiele im Zeitraum 2036 bis 2044 ab. Die Verkündung des Kandidaten wird von der ARD am Samstag von 13.45 Uhr an live übertragen. Das IOC plant die Vergabe der Spiele 2036 im Sommer 2029.
Olympische und Paralympische Spiele: Drei starke Konzepte für Deutschland
Die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) haben am kommenden Samstag im Kurhaus Baden-Baden die Wahl zwischen drei starken Konzepten für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Zu diesem Ergebnis kommt die Evaluierungskommission des DOSB. Die Konzepte München (87,03 von 100 Punkten) und KölnRheinRuhr (85,02 Punkte) werden aufgrund ihrer Bewertung in den Kategorien „Sportfachliche & operative Eignung“ sowie „Internationale Strahlkraft & Nationale Akzeptanz“ im Abschlussbericht als „sehr gut“, das Konzept Berlin+ (74,64 Punkte) als „gut“ eingestuft.
DOSB-Präsident Thomas Weikert, Vorsitzender der Evaluierungskommission, sagt: „Sportdeutschland kann stolz auf seine Bewerber sein. Uns liegen drei großartige Konzepte vor. Deutschland hat jetzt schon alles, um die Olympischen und Paralympischen Spiele auszurichten. Im Namen des gesamten deutschen Sports und der Olympischen Bewegung danke ich den Bewerbern für ihren hervorragenden Einsatz. Wir sind überzeugt, dass mit dem Abschlussbericht eine fundierte Grundlage für die außerordentliche Mitgliederversammlung vorliegt.“
Entsprechend der Beschlussfassung der Mitgliederversammlung 2025 hatte der DOSB gemeinsam mit den 42 olympischen Spitzenverbänden, dem Deutschen Behindertensportverband sowie den Arbeitsgruppen Vision & Legacy und Kosten & Finanzierung nach Einreichung der finalen Bewerbungskonzepte am 4. Juni und basierend auf dem am 27. Februar veröffentlichten Fragenkatalog die Konzepte in den Kategorien „Vision & Legacy“, „Kosten & Finanzierung“, „Sportfachliche & operative Eignung“, „Internationale Strahlkraft & Nationale Akzeptanz“ sowie dem nicht bewertungsrelevanten Bereich „Infrastrukturelle Sonderprojekte“ analysiert und bewertet.
Was ein Sieg bei Olympischen Jugendspielen für eine Sportlerkarriere bedeuten kann
Ein Boxer, der in den Seilen hängt, hat in der Regel ein Problem. Es sei denn, er tut dies abseits von Training oder Wettkampf, so wie Peter Kadiru an diesem Nachmittag in der Sporthalle des Hamburger Boxverbands. Gerade hat der Schwergewichtsprofi ein Sechs-Runden-Sparring mit Ammar Abduljabar, Olympiateilnehmer von Tokio 2021, hinter sich gebracht, der Schweiß rinnt ihm über Gesicht und Hals. Um sich zu lockern, fläzt der 29-Jährige sich in die Ringseile. Aber eine lange Erholungspause braucht er nicht, denn die Bedeutung Olympischer Jugendspiele, über die er mit dem DOSB sprechen soll, ist ihm so wichtig, dass er sofort ins Gespräch hineinspringt.
„Die Goldmedaille bei den Olympischen Jugendspielen steht bei mir bis heute ganz weit oben. Es war eine sehr besondere Zeit, aus der ich sehr viel gelernt und eine Energie mitgenommen habe, die mich bis heute trägt“, sagt er mit Blick auf den Titel, der seine Karriere früh geprägt hat. Am 27. August 2014, dem letzten Wettkampftag der Titelkämpfe von Nanjing (China), gewann der in Hamburg geborene Sohn ghanaischer Eltern als 17-Jähriger das Finale der Superschwergewichtsklasse gegen Darmani Rock. Und er gewann es nicht einfach nur, er führte den ein Jahr älteren US-Amerikaner derart vor, dass alle fünf Punktrichter jede der drei Runden für Kadiru werteten.
Verlorenes WM-Finale war Antrieb für die Jugendspiele
Um zu verstehen, was ihm dieser Triumph bis heute bedeutet, muss man wissen, dass sich die beiden Kontrahenten bereits rund vier Monate zuvor bei der Junioren-WM in Bulgarien im Finale begegnet waren. Damals siegte Rock, umstritten zwar, aber er reiste als Weltmeister zu den Jugendspielen an. „Ich war damals zunächst mit der Silbermedaille zufrieden, weil ich bis dahin international noch keine Titel gewonnen hatte“, erinnert sich Peter Kadiru. Am Abend nach dem WM-Finale jedoch traf er im Teamhotel seinen Bezwinger, der betrunken mit einer Wodkaflasche im Arm auf dem Boden lag und nur mit tatkräftiger Unterstützung seines Teams auf sein Zimmer gebracht werden konnte. „Da habe ich gedacht: Gegen so einen habe ich verloren? Ich war mehrere Monate wütend über mich selbst, und dieses Gefühl hat mich angetrieben, vor den Jugendspielen so hart zu trainieren wie noch nie!“
Zu jener Zeit lebte der schon damals 1,94 Meter große und mehr als 100 Kilogramm schwere Athlet am Internat des Sportgymnasiums Schwerin, trainierte beim vor einem Jahr verstorbenen Bundesstützpunktleiter Michael Timm und seinem heutigen Cheftrainer Christian Morales. „Herr Morales hat sich schon damals extrem um mich gekümmert“, sagt er rückblickend. Weil die Vorbereitung auf die Spiele in China in die Sommerferien fiel und das Internat geschlossen war, lebte der Sportler bei Morales und dessen Familie. „Dafür bin ich bis heute dankbar, denn ich weiß nicht, wie ich die Vorbereitung sonst überstanden hätte“, sagt er.
Vor allem die Mensa beeindruckte Peter
Nie zuvor war der in einfachen Verhältnissen im Hamburger Stadtteil Altona aufgewachsene Faustkämpfer in China gewesen. Der Trip nach Nanjing war für ihn deshalb viel mehr als eine sportliche Dienstreise. „Ich bin bis heute nicht so der Typ, der von sich aus viel herumreist. Deshalb weiß ich es sehr zu schätzen, was ich durch meinen Sport von der Welt sehen durfte. Als 17-Jähriger konnte ich es noch nicht so richtig einordnen. Ich dachte nur: Digger, China! Das ist echt krass, dass ich das erleben darf!“ Die geschichtsträchtige Stadt Nanjing gefiel ihm zwar nur mäßig, dafür genoss er das Leben im Olympischen Dorf, in dem rund 3.800 Aktive untergebracht waren, in allen Facetten. „Es war ein prägendes Erlebnis, mit so vielen Athleten aus der ganzen Welt zusammen zu sein. Vor allem die Mensa war unglaublich, dort gab es wirklich alles, was ich mir vorstellen konnte“, sagt er.
Das Team Deutschland war mit 84 Athletinnen und Athleten nach China gereist, die allermeisten kannte Peter Kadiru vorher nicht. „Ich habe mir mein Zimmer mit zwei Taekwondo-Kämpfern geteilt. Aber auf unserem Flur war auch das weibliche Basketballteam. Es war total spannend und eine tolle Atmosphäre“, sagt er. Weil sein Finalkampf am letzten Wettkampftag angesetzt war, konnte praktisch das gesamte Team in der Halle anfeuern. Vor Kadiru hatte lediglich der Hamburger Einer-Ruderer Tim Ole Naske Gold für Deutschland gewinnen können. „Insofern war ich die letzte Hoffnung, und alle waren dabei, um mich zu unterstützen. Das hat mir so viel zusätzliche Energie gegeben! In dem Moment habe ich gespürt, was es wirklich bedeutet, Teil von Team Deutschland zu sein“, sagt er.
Eine Sportart auf der Erfolgswelle
Dass sich aus den vereinzelten Surf-Spots, wie sie an Stromschnellen am Eisbach in München oder an der Leinewelle in Hannover seit einigen Jahren zu finden sind, eine eigene leistungssportliche Kategorie und sogar eine internationale Bewegung entwickelt, hätten wohl selbst die Ambitioniertesten in der Rapid-Surf-Community nicht für möglich gehalten. Doch was 2019 bei der Premiere der Deutschen Meisterschaft (DM) im Rapid Surfen begann, bei den diesjährigen Finals in Hannover seinen bisher größten Erfolg in Deutschland feierte und in dieser Woche in der ersten Rapid-Surf-Europameisterschaft in der Schweiz seinen Höhepunkt findet, ist eben jene unerwartete Entwicklung.
26 Athlet*innen entsendet der Deutsche Wellenreitverband (DWV) zur historischen Premiere nach Ebikon bei Luzern. Darunter auch Junior*innen, die, so berichtet es Michael Zirlewagen (51), Präsident des DWV, „bei der Entwicklung der Sportart eine ganz besondere Rolle spielen“. Aufgrund der noch kleinen Strukturen und des großen Potenzials des Rapid Surfens sei es von enormer Bedeutung, die Jugendlichen mitzudenken. So fanden auch im Rahmen der Finals in Hannover neben der Rapid-Surf-DM auch die Junior*innen-Wettkämpfe vor großem Publikum statt. Die Premiere des Rapid Surfens bei den Finals in Hannover war die bisher größte Bühne der noch jungen, dynamischen Sportart. Die Venue an der Leinewelle in der Altstadt war sehr gut besucht und sorgte mit täglich fast 10.000 Besucher*innen für einen Rekord im Surfsport. Die Wettkämpfe wurden außerdem tausendfach gestreamt und auf den Social-Media-Plattformen geteilt und gefeiert.
„Nachdem Rapid Surfen bei den Finals in Hannover erstmals dabei war und dort viele Zuschauer vor Ort und auch vor den Fernsehern begeistert hat, ist diese Europameisterschaft ein weiterer großer Meilenstein für unseren Sport“, berichtet Rapid-Surferin Lea Sasse (17). Sie surfte sich auf der Leinewelle in der Kategorie Open Women auf Platz vier und tritt nun auch bei der EM in Ebikon an. Dass sie bei der Premiere in der Schweiz starten darf, bedeute ihr viel und sie freue sich sehr darauf, „in der Kategorie Junior Girls (U18) gegen die besten Athletinnen Europas anzutreten, mich mit ihnen zu messen und zu zeigen, was ich kann.“ Aufgrund der starken Konkurrenz aus Ländern wie Österreich und der Schweiz erwartet Lea einen spannenden Wettkampf. Dennoch ist ihr klares Ziel: „eine Medaille für Deutschland zu holen.“
„Ich habe früh gewusst: Wenn sie es sagt, dann wird es schon stimmen“
Liebe Kathrin!
Vielleicht wunderst du dich, auf diesem Weg von mir ein Feedback zu bekommen, denn eigentlich ist es überhaupt nicht notwendig, dies schriftlich zu machen. Wir können schließlich über alles offen sprechen und tun dies auch immer wieder. Aber als die Anfrage des DOSB kam, ob ich bereit wäre, anlässlich des „Thanks Coach Days“ einen offenen Brief an dich zu verfassen, musste ich nicht lange überlegen, um zuzusagen. Ich finde es schön und wichtig, dass alle, die diese Zeilen lesen – ob aus unserer Trainingsgruppe oder aus dem Team Deutschland, ob Sportfans oder Vereinsmitglieder – erfahren, welche Rolle du für meine Karriere spielst.
Wir arbeiten noch gar nicht so lang zusammen. Dennoch bin ich immer wieder geflasht davon, wie schnell wir ein Vertrauensverhältnis entwickelt haben, das die Grundlage dafür legt, dass ich sportlich in dieser Saison große Schritte nach vorn gehen konnte. Als ich mich im vergangenen Winter zum Vereinswechsel entschlossen habe und gemeinsam mit meinem Bruder Matti zum Probetraining bei dir in Frankfurt kam, war für mich nach nur einer Einheit bei dir klar: Das mache ich!
Warum? Weil du eine Kompetenz ausgestrahlt hast, die mir genau das vermittelt hat, was ich gesucht habe. Und diese Kompetenz erlebe ich seitdem in jeder einzelnen Trainingseinheit. Ich bekomme, wenn ich es möchte, nach jedem Wurf ein Feedback, das mir ermöglicht, den nächsten Wurf ein kleines bisschen besser umzusetzen. Du untermauerst deine Anmerkungen mit belastbaren Daten, und auch wenn ich manchmal nur 30 Prozent von dem, was du sagst, komplett durchschaue, ist da dieses totale Vertrauen, das ich in deine Expertise habe, das mich deine Anregungen stets mit einem positiven Gefühl aufgreifen lässt.
Ich weiß, liebe Kathrin, dass es nicht immer einfach ist, mit mir umzugehen. Ich brauche manchmal den sprichwörtlichen Tritt in den Hintern, wenn mir das Gefühl dafür fehlt, in der notwendigen Form zu sein, um die von dir angeregten Dinge umzusetzen. In diesen Momenten gelingt es dir, mir aufzuzeigen, dass die Kurve nach oben zeigt. Und immer, wenn du das behauptet hast, ist es auch so gekommen. Ich glaube, dass es normal ist, einige Monate der gemeinsamen Arbeit zu brauchen, um Vertrauen zu fassen. Bei dir habe ich allerdings schon sehr früh gewusst: Wenn sie es sagt, wird es schon stimmen.
Hockey-Herren sind „Sportler des Monats“ August
Die deutschen Hockey-Herren, die “Honamas", sind die „Sportler des Monats“ August. Mit ihrem Erfolg bei der Weltmeisterschaft in Belgien und den Niederlanden verteidigte die Mannschaft um Kapitän Tom Grambusch ihren Weltmeistertitel aus dem Jahr 2023 und feierte bereits den vierten WM‑Triumph ihrer Geschichte. Das 1:0 im Finale gegen Spanien krönte eine souveräne Turnierleistung und bedeutete Gleichzug mit Rekordhalter Pakistan. Diese herausragende Leistung würdigten nun auch die Sporthilfe-geförderten Athletinnen und Athleten mit 45,5 Prozent der Stmmen mit der Wahl zum „Sportler des Monats“ August.
Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Sporthilfe-Wahl zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting.
Hinter den Hockey-Herren sichert sich Darja Varfolomeev Platz zwei (40,1 %) bei der Sporthilfe-Wahl. Die Olympiasiegerin von 2024 begeisterte bei der Heim-Weltmeisterschaft in Frankfurt am Main und gewann drei Goldmedaillen sowie einmal Bronze. Mit nun insgesamt 14 WM‑Titeln unterstrich sie ihre Ausnahmestellung in der Rhythmischen Sportgymnastik und bestätigte einmal mehr eindrucksvoll ihre aktuelle Dominanz.
Platz drei ( 14,4 %) bei der Sporthilfe-Wahl geht an das deutsche Springreit-Team, das bei der Heim-WM in Aachen einen herausragenden Erfolg feierte. Marcus Ehning, Sophie Hinners, Daniel Deußer und Richard Vogel gewannen mit nur 4,48 Strafpunkten souverän Mannschaftsgold und sicherten sich erstmals seit 16 Jahren wieder den Weltmeistertitel. Die deutsche Equipe setzte sich deutlich vor Belgien und Großbritannien durch und krönte damit eine starke Saison.
Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.
„Die Gier, unbedingt Handballspielerin werden zu wollen, wollen wir wecken“
Im September 2025 übernahm Heike Ahlgrimm im Deutschen Handballbund (DHB) die Position der Chef-Bundestrainerin für den weiblichen Nachwuchs. Ein gutes Jahr später ist die 51-Jährige Teil eines sehr interessanten und zukunftsweisenden Projekts: Vier Bundesstützpunkte möchte der DHB in den kommenden Jahren für seine weiblichen Talente installieren, um die Ausbildung zu verstetigen und den Besten ihrer Jahrgänge optimale Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Im Gespräch mit dem DOSB erläutert die gebürtige Leipzigerin, die von 2012 bis 2014 bei Bayer Leverkusen und anschließend zehn Jahre in Bensheim/Auerbach als Cheftrainerin aktiv war, welche Bedeutung dieses Projekt für den Frauen-Handball in Deutschland haben kann.
DOSB: Heike, 2027 werden in Leipzig und Stuttgart die ersten beiden Bundesstützpunkte im weiblichen Bereich ihre Arbeit aufnehmen. Warum ist der DHB so lange ohne diese ausgekommen?
Heike Ahlgrimm: Die Idee gibt es tatsächlich schon lange, es hat aber immer an der Umsetzung gehapert. Natürlich könnte man sagen: Der weibliche Nachwuchs ist auch ohne Bundesstützpunkte erfolgreich. Dennoch merken wir immer wieder, dass wir die Ausbildung derart verbreitern müssen, dass wir unserem Nachwuchs die besten Möglichkeiten bieten können, um es flächendeckend ganz nach oben zu schaffen. Das, was dem A-Nationalteam mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der WM im vergangenen Jahr gelungen ist, wollen wir regelmäßig ermöglichen, und dafür braucht es konzentrierte Arbeit an zentralen Stützpunkten. Ich möchte ausdrücklich sagen, dass es im weiblichen Bereich viele kleine Vereine gibt, die eine tolle Arbeit leisten. Aber sie stoßen an Grenzen, und ohne es despektierlich zu meinen: In jedem Verein gibt es ein Sternchen, das unterfordert ist und eine andere Form der Entwicklungsmöglichkeit braucht. Die wollen wir mit den Bundesstützpunkten bieten.
Im männlichen Nachwuchs wird gar nicht mit Bundesstützpunkten gearbeitet. Warum nicht? Wie funktioniert das Nachwuchssystem dort?
Dort sind viele Bundesligavereine über ihre Nachwuchsleistungszentren so gut aufgestellt, dass es keine zentralen Stützpunkte braucht. Sie haben einen sehr guten Unterbau und finanzielle Möglichkeiten, die es im weiblichen Bereich leider noch nicht gibt. Dort fließen die finanziellen Mittel fast ausschließlich in die Bundesligamannschaften. Das ist im männlichen Bereich einfach anders.
Nach welchen Kriterien wurden die Standorte festgelegt, und wann kommen im Norden und Westen noch Bundesstützpunkte dazu?
Unser Ziel ist, vier Bundesstützpunkte aufzubauen. Wir haben uns auch im europäischen Ausland umgeschaut, wo es in vielen Nationen wie beispielsweise den Niederlanden nur einen zentralen Standort gibt, aber dafür ist Deutschland einfach zu groß. Deswegen streben wir eine möglichst optimale regionale Abdeckung an. Wichtig ist, dass die Wege für die Spielerinnen nicht allzu lang werden. Stuttgart ist ein toller Standort, weil es im Süden bislang noch keine vergleichbaren Strukturen im Nachwuchsbereich gibt. Leipzig bietet eine gute Infrastruktur. Im Westen wird wahrscheinlich Dortmund der Standort sein, dort soll mittelfristig das DHB-Campus-Konzept realisiert werden. Im Norden wird es ebenfalls eine große Stadt werden. Einen genauen Zeitplan, bis wann die vier Bundesstützpunkte betriebsbereit sein werden, haben wir noch nicht. Ich bin vor allem froh, dass es jetzt endlich in Leipzig und Stuttgart losgeht. Es ist ein Projekt, für das wir Geduld und Ausdauer benötigen, aber von dessen Erfolg ich überzeugt bin.
Der weibliche Bereich hat sich zuletzt schon sehr erfolgreich gezeigt. Die Frauen mit Silber bei der Heim-WM im vergangenen Jahr, die Nachwuchsjahrgänge 2006 und 2007mit dem Sieg bei EM und WM. Was kann und was muss sich durch das Bundesstützpunkt-System trotzdem noch verbessern?
Ganz klar: die individuelle Ausbildung! Wenn wir uns mit den im Frauen-Handball führenden Nationen vergleichen, dann sehen wir, dass es oftmals individuelle Klasse ist, mit deren Hilfe Spiele entschieden werden. Deshalb wollen wir unseren Spielerinnen in der Ausbildung alle Skills mitgeben, die es braucht, um auf höchstem Niveau mithalten zu können, und das geht am besten über eine starke Gruppe, an der man sich orientieren und von der man sich anspornen und inspirieren lassen kann. Nur weil wir gerade durchaus erfolgreich sind, dürfen wir nicht den Fehler machen und glauben, dass das so weitergeht. Gerade im Erfolg muss man sich weiterentwickeln und noch viel härter arbeiten, um das Niveau auch halten und bestenfalls ausbauen zu können. Wenn uns das gelingt, dann können wir dauerhaft auch mit Norwegen oder Dänemark mithalten.
Welche Bereiche der Förderung muss ein Bundesstützpunkt abdecken, was wird dort angeboten?
Unser Ziel ist es, ein Rundum-Sorglos-Paket zu schnüren. Dieses beinhaltet Handballtraining bei einem hauptamtlich beschäftigten Coach auf höchstem Niveau. Wir begleiten die Spielerinnen unter der Leitung unserer Verbandspsychologin Katja Schülke im mentalen Bereich. Es gibt umfassende medizinische und physiotherapeutische Betreuung, dazu umfangreiches Athletiktraining, das durch unseren Bundestrainer Athletik, Dr. Simon Overkamp, gesteuert wird. Außerdem sorgt die Kooperation mit Eliteschulen des Sports vor Ort dafür, dass die Spielerinnen den Spagat zwischen Schule und Spitzensport – mit bis zu acht Trainingseinheiten in der Woche und dank der Kooperation eben auch vormittags – bestmöglich bewältigen können, denn selbstverständlich ist uns die schulische Ausbildung ein wichtiges Anliegen.
An welche Altersklasse richten sich die Angebote, und was bedeutet dieser Schritt für die Talente, die ihren Lebensmittelpunkt an die Stützpunkte verlegen sollen?
Wir starten mit den Jahrgängen 2010 und 2011 und wollen mittelfristig an jedem Standort 18 bis 20 Spielerinnen betreuen. Diese ziehen an den Stützpunkten ins Internat, trainieren dort von montags bis donnerstags, gehen die ganze Woche über dort zur Schule, reisen dann aber am Freitagmittag nach Hause zurück und können dort für ihre Heimatvereine spielen. Das ist uns sehr wichtig, um die Vereine an der Stelle auch für ihre Ausbildung zu belohnen. Es kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Talente zu großen Clubs wechseln, aber sie sollen dies ganz bewusst nicht sofort tun müssen. Im Internat lernen sie aber bereits, ihr Leben selbst zu organisieren.
Team D-Athlet*innen für Dakar 2026 nominiert
Der DOSB hat am heutigen Dienstag (15. September) in seiner Nominierungssitzung 50 junge Athlet*innen offiziell für das Team Deutschland nominiert, um bei den Olympischen Jugendspielen Dakar 2026 an den Start zu gehen. Team Deutschland wird bei den Olympischen Jugendspielen vom 31. Oktober bis 13. November 2026 in 17 Sportarten vertreten sein. Die Athlet*innen sind zwischen 14 und 17 Jahre alt und gehören zu den vielversprechendsten Nachwuchssportler*innen Deutschlands.
Die Olympischen Jugendsommerspiele Dakar 2026 markieren einen historischen Meilenstein für die Olympische Bewegung und das Internationale Olympische Committee (IOC). Erstmals wird eine olympische Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen. Wettkampfstätten befinden sich in der senegalesischen Hauptstadt Dakar sowie in den Städten Diamniadio und Saly.
„Ich mag es am liebsten, wenn die Rennen hart sind“
DOSB: Franziska, welchen Stellenwert hat die WM für dich in dieser an Höhepunkten reichen Saison?
Franziska Koch: Obwohl ich bereits eine tolle Saison hatte, freue ich mich sehr auf die WM. Sie hat sportlich einen hohen Stellenwert für mich.
Du bist für alle drei Wettbewerbe nominiert. Haben alle die gleiche Priorität oder wie priorisierst du?
Einzelzeitfahren und Straßenrennen haben die gleiche Priorität, auf beiden liegt mein klarer Fokus. In der Mixedstaffel möchte ich natürlich auch alles geben. Dort zählt aber vorrangig die Leistung des gesamten Teams. Wir haben in der Vergangenheit schon gezeigt, dass wir gemeinsam zu großartigen Leistungen imstande sind. Wenn mein Fokus nicht auch auf dem Teamevent liegen würde, dann dürfte ich gar nicht an den Start gehen.
Auf Rundfahrten seid ihr es gewohnt, jeden Tag volle Leistung abzurufen. Wie steuert man die Belastung innerhalb einer Woche mit „nur“ drei Rennen? Was verändert sich dadurch an der Vorbereitung und Herangehensweise?
Wir haben bei der WM tatsächlich ein paar Ruhetage, an denen man eine gute Balance finden muss zwischen dem Zulassen von Ruhe und Erholung, aber den Körper dennoch im Betriebsmodus zu halten, um startklar zu bleiben. An der Herangehensweise ändert sich nicht so viel, außer dass die Woche etwas entspannter angegangen werden kann als bei einer großen Rundfahrt.
Worin liegt für dich der Unterschied, für Deutschland anstatt für dein Team FDJ United-Suez anzutreten?
Man muss mehr packen, wenn man fürs Nationalteam antritt! Ich musste meine Räder, meine Helme, auch meine Energieregel selbst einpacken, das erledigt normalerweise das Team für mich. Und ich arbeite jetzt mit Menschen zusammen, die ich im Verlauf einer Saison nicht so häufig sehe. Aber das läuft sehr gut, wir haben eine tolle Betreuung. Ich starte sehr gern für Deutschland!
Was hat der Wechsel des Teams zu dieser Saison für dich bewirkt?
Er hat mir sehr gut getan. Ich habe einen neuen Input gebraucht, den ich bekommen habe. Ich habe einen neuen Trainer vom Team gestellt bekommen, mit dem ich sehr gut zusammenarbeite. Der Spaß an der Arbeit ist groß, dieser Tapetenwechsel war sehr wichtig für mich. Eine glückliche Athletin ist eine gute Athletin.
Der Sieg bei Paris – Roubaix in diesem Jahr als erste Deutsche bei diesem prestigeträchtigen Rennen hat dich einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Welche Reaktionen darauf haben dich besonders gefreut und was hat dieser Sieg für dich in Gang gesetzt?
Dieser Sieg hat mir einiges mehr an Aufmerksamkeit und Bekanntheit beschert. Es ist sehr cool, wenn man zum Beispiel am Flughafen um ein gemeinsames Foto gebeten wird. Das zeigt mir, welchen Einfluss man auf die Fans haben kann, und dafür bin ich sehr dankbar, weil ich es bislang nicht so kannte.
Du hast oft erwähnt, welche Rolle deine Eltern für deine Karriere gespielt haben und immer noch spielen. Wie hat sich diese Beziehung im Verlauf der vergangenen Jahre verändert?
Die Beziehung zu meinen Eltern ist immer noch super, aber wenn man professionell unterwegs ist, ist es normal, dass ihr Einfluss abnimmt. Mein Vater hat lange mein Training geleitet und wir sind als Familie zu den Rennen gefahren. Dass die Eltern immer dabei sind, hat sich geändert, aber ich kriege immer noch Hinweise oder Tipps von meinem Vater mit auf den Weg, und das finde ich sehr schön.








